«Die Profile müssen scharf bleiben»
THAenne Quiñones, Matthias Lilienthal, beide arbeiten Sie seit Jahren mit Gruppen des sogenannten freien Theaters.
Ist das in einer sich pluralisierenden Theaterlandschaft, in der freie Theatermacher zunehmend vom Stadttheater aufgesaugt werden, überhaupt noch ein trennscharfer Begriff, der über die Produktionsbedingungen hinaus irgendetwas aussagt, zum Beispiel über eine bestimmte Ästhetik? Sollte man das Gerede vom Freien Theater vielleicht einfach einstellen?
Aenne Quiñones Es gibt ja immer noch Freies Theater und Stadttheater, beides hat seine Berechtigung und beides bringt interessante Formen hervor. Aber die Grenzen sind fließender geworden und die Produktionsbedingungen auf beiden Seiten komplizierter. In den 90er Jahren sind vor allem im freien Bereich aktuelle Konzepte entstanden, die mittlerweile ins Stadttheater Eingang gefunden haben und für entscheidende künstlerische Neuerungen und einen zeitgenössischen Diskurs stehen. Man sollte darüber nachdenken, ob es nicht etwas Drittes geben müsste, was den Entwicklungen insgesamt gerecht wird. Freie Theater sind nach wie vor finanziell sehr schlecht ausgestattet, Stadttheater schon durch ihre Architektur ästhetisch sehr ...
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Theater heute Juni 2010
Rubrik: Freie Szene, Seite 14
von Eva Behrendt, Barbara Burckhardt, Franz Wille
Von der menschlichen Seite betrachtet, ist so ein Mythenheld ja wenig sympathisch. Herakles’ Weg zum Ruhm ist mit Leichen gepflastert, sein Familienleben ein Desaster, seine Sozialkompetenz ungenügend. Am Ende stirbt dieses Egomonster einen qualvollen Tod. Damit beginnt die Trilogie von Armin Petras. Die drei Stücke («Herakles’ Tod», «Alkestis, mon Amour» und...
Avignon
50. Festival d’Avignon
vom 7. bis 27. Juli
Bureau de Festival, B.P. 492
F-84072 Avignon Cedex 04
Tel.: 00 33/490/14 14 26
www.festival-avignon.com
Christoph Marthaler/Anna Viebrock Papperlapapp (7.-9., 11.-13., 15.-17.)
Falk Richter/Stanislas Nordey My Secret Garden (9.-11., 13.-17.)
Gisele Vienne This is how you will disappear (8.-10.,...
Kassandra ist eine Metapher. Das Stück handelt nicht vom Trojanischen Krieg, sondern vom Schicksal afrikanischer Boat People, die unter Lebensgefahr die Flucht nach Europa wagen. Der Name im Titel meint keine bestimmte Figur, sondern ein Phänomen: Es gibt Situationen, in denen Aufklärung zwecklos ist, wenn nicht sogar kontraproduktiv. Kassandra hat bei Kevin...
