Unterm Abendstern

Das ewige Berliner Kulturdrama um Sasha Waltz & Guests und ein Besuch bei «Tannhäuser»

Theater heute - Logo

Seit einigen Monaten scheint Sasha Waltz unter keinem sonderlich glücklichen Stern zu agieren. Zu Beginn des Jahres sah sich die Choreografin zu einem Schritt gezwungen, wie er schmerzlicher kaum sein könnte: Sie musste die Tänzer ihrer Compagnie, die sich bislang unter dem Schirm der GmbH Sasha Waltz & Guests befanden, entlassen. Was freilich nicht das Ende der Compagnie bedeutet – wie noch zu erläutern sein wird. Umso neugieriger richteten sich die Augen der Öffentlichkeit auf Sasha Waltz’ nächste künstlerische Großtat nach diesem Einschnitt.

Und dann fiel der «Tannhäuser», den sie, mit GMD Daniel Barenboim höchstpersönlich am Pult, bei der derzeit im Schiller Theater residierenden Staatsoper Berlin in Szene setzte, prompt bei der vollzählig versammelten Hauptstadtpresse durch. Teils mit bösen Worten. «Ach, du armer Tannhäuser», titelte etwa «Die Zeit», um in der Unterzeile sarkastisch nachzulegen: «Es wird mal wieder gerammelt.» O je, oje, was ist da nur passiert? Doch der Reihe nach!

Wer querfinanziert wen?

Es beginnt, natürlich, beim Geld: Im vergangenen Jahr stellten Sasha Waltz & Guests eine Finanzierungslücke von jährlich einer knappen Million Euro fest, die zu überbrücken ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juni 2014
Rubrik: Kulturpolitik, Seite 42
von Wolfgang Behrens

Weitere Beiträge
Bochum: Dennis Kelly «DNA»

Außenseiter Adam ist tot. Bei der Mutprobe ist er von einem hohen Gitter gestürzt. Nun sitzen seine zehn Mitschüler in der Patsche. Schnell müssen sie die Polizei auf eine falsche Fährte locken. Dummerweise findet sich ein Unschuldiger, der dem ausgedachten Täterprofil entspricht. Und dann taucht plötzlich auch noch der totgeglaubte Mitschüler wieder auf.

Regisseur...

Hamburg: Armin Chodzinski «Allegorie der Unsterblichkeit»

«Parents love to watch their kids grow», sagt Ökonomie-Guru Denis Meadows. Ein Jahr, zehn Jahre, fünfzehn Jahre. Spätestens mit 18 aber dürfen die Kinder nicht mehr wachsen, spätestens dann bekommt rein quantitatives Wachstum einen Zug ins Monströse, Unheimliche und sollte durch eine qualitative Entwicklung ersetzt werden. So ist das, mit Eltern und Kindern.

Unbegr...

Die Paten von Europa

Franz Wille Nach 22 Jahren wird die Biennale Neue Stücke in Europa im Juni voraussichtlich zum letzten Mal stattfinden. Die Intendanz von Manfred Beilharz in Wiesbaden endet mit dieser Spielzeit, und noch ist keine Fortsetzung in Sicht. Blicken wir vor der letzten Ausgabe ein wenig zurück. Im Gründungsjahr 1992 sah Europa noch anders aus; auch der Stellenwert von...