Und es siegte noch: Christoph Schlingensief

Theater heute - Logo

Christoph Schlingensief ist nicht Erster geworden, aber gewonnen hat er auf der ganzen Linie. Kaum ein Künstler hat dieses Jahr im Theater für so viel Diskussionsstoff gesorgt wie der Regisseur, der seine Krebserkrankung und die damit verbundenen Zweifel, Ängste und Hoffnungen offensiv künstlerisch und in der Öffentlichkeit thematisiert hat.

Und keiner wurde in so vielen Kategorien der Hitparade genannt wie der 48-jährige Oberhausener: Christoph Schlingensief ist nicht nur Zweitplatzierter in Sachen neues deutschsprachiges Stück (5 Stimmen) und Inszenierung (6 Stimmen), er hat es auch in die Rubriken «Theater des Jahres» und Ärgernis (wobei nicht Schlingensief, sondern seine Krankheit gemeint war) geschafft. Auch Kostümbildnerin Aino Laberenz und Dramturg Carl Hegemann wurden genannt und runden das Bild vom siegreichen System Schlingensief, das jetzt in Afrika einen Gesamtkunstort sucht. 

 

Eine heitere Mischung aus afrikanischer Architektur und Otto Brückwalds hellenistisch-romantischem Bayreuth-Tempel (nach Plänen von Richard Wagner) liegt dem Entwurf von Christoph Schlingensief und Bühnenbildner Thomas Goerge für das Festspielhaus in Afrika zugrunde. «Momentan läuft alles ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2009
Rubrik: Die Höhepunkte des Jahres, Seite 146
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Entschieden selbstbestimmt

Alles falsch». So steht es in großen farbigen Lettern auf einem Plakat in dem sparsam eingerichteten Café «kwadrat» im Düsseldorfer Stadtteil Pempelfort, das Kathleen Morgeneyer für unser Treffen vorgeschlagen hat. Teil der Inszenierung? Sollte Stanislawski das hier aufgehängt haben, oder Strasberg oder ein anderer gestrenger Kunsterzieher? Ist die karge Bühne für...

Kugelschreiber und Sinnlos

Versuch über einen Zustand für drei Spielerinnen und zwei Spieler», so lautet der Untertitel des diesjährigen Gewinnerstücks des Retzhofer Literaturpreises, das in der nächsten Spielzeit am Schauspiel Chemnitz uraufgeführt wird. Die Versuchsanordnung: eine baufällige Showtreppe inmitten einer wild verwahrlosten Wiese, einer Industriebrache, eine «blühende...

Friedhof der Kuscheltiere

In seinem Debüt «Feuergesicht» (1998) beginnen zwei Jugendliche einen selbstmörderischen Kampf gegen die Welt der Erwachsenen. Erst fackeln Kurt und Olga, ein inzestuöses Geschwisterpaar, ihre Schule ab. Dann töten sie im Blutrausch die eigenen Eltern. In «Freie Sicht» (uraufgeführt 2008 beim Adelaide Festival, Australien) beschreibt Marius von Mayenburg Terror und...