Die goldene Garantie
Die Wirklichkeit, von der sich Richard Dresser zu seinem schlitzohrigen Stück aus dem Niedriglohnsektor, «Augusta», animieren ließ, ist schon vor ein paar Jahren von der amerikanischen Publizistin Barbara Ehrenreich im Selbstversuch durchwandert worden.
2001 erschien bei uns «Arbeit poor», ein Streifzug durch die Arbeitswelt des unteren Viertels der amerikanischen Gesellschaft, der damals noch wie ein Gruselmärchen von sehr weit überm Teich erschien: Heerscharen von Teilzeitbeschäftigten, die in Wohnwagen hausten und bis zu 16 Stunden am Tag in mehreren Jobs fronten, von deren Erlös sie sich gerade mal das nötige Fast Food zur Wiederherstellung der Arbeitskraft leisten konnten. Ganz so weit weg scheint ihr Untersuchungsgebiet in Hartz-IV-Country nicht mehr.
Dressers poor workers sind zwei Frauen, eine ältere, eine junge, Molly und Claire, die in einer Mini-Putzkolonne den Villenhaushalt Mrs. Townshends in Schuss halten. Molly, die «Team-Leiterin», hat sich beim jahrzehntelangen Schrubben den Rücken verrenkt; die «goldene Garantie» – die Böden auf Händen und Füßen zu reinigen –, kann sie nicht mehr einlösen. Das weiß nur die neue Kollegin Claire, die ihr die Arbeit abnehmen muss, ...
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Mit «Sein Dasein war ihm eine notwendige Last. – So lebte er hin» endet Büchners «Lenz». Wollte man die Novelle für die Bühne bearbeiten, müsste man den wahnsinnig exzentrischen, fatalen Charakter in all seiner Widersprüchlichkeit darstellen. Das noch größere Problem wäre allerdings, dass jeder sich fragen würde, warum nicht gleich den «Woyzeck» inszenieren – mit...
Der Mohr hat seine Schuldigkeit längst noch nicht getan. «Ich bin nicht, was ich bin!», sagt Shakespeares schwarzer Mann. Die Frage, die das Ich im Innersten zerreißt, scheint so zeitlos akut zu sein, dass die Theater sich ihr programmatisch widmen. Das Düsseldorfer Schauspielhaus etwa startet mit dem Motto und dem Drama Ende September in seine neue Intendanz,...
Dumm gelaufen das. Gleich der erste, dem Papa mühsam abgetrotzte Fronteinsatz des jungen Nachwuchsfeldherrn wird zum Reinfall, der unvorsichtige Königssohn gefangengenommen. Als Geisel droht er zum entscheidenden Minuspunkt im taktischen Verhandlungspoker der verfeindeten Mächte zu werden, und von der Schramme, die er dabei abbekommen hat, wird ihm nicht einmal...
