Das kleine Machtgefühl
Warum wird dieses Thema derzeit völlig ignoriert?», fragte Harald Schmidt auf den Brettern des Stuttgarter Schauspiels und meinte den Deutschen Herbst. Selten war Ironie so am Platz. Das ganze 30. Jubiläumsjahr hindurch war schließlich dokumentiert, getalkt, gestritten und erinnert worden.
Der Bundespräsident hatte nach langen Debatten und konspirativen Treffen das Gnadengesuch Christian Klars abgelehnt, die Firma Eichinger mit der Verfilmung des linken Unterganges begonnen, und auch das besagte Stuttgarter Staatstheater rüstete sich zum Jahresende wacker für in drei Staffeln gegliederte Projektwochen zum Thema «endstation stammheim» – Inszenierungen, Lesungen, Diskussionen, eben das ganze Programm. Die Vehemenz, mit der überall das Jahr 1977 noch einmal durchgearbeitet, die RAF und ihre Verbrechen wieder und wieder verurteilt, ihr Mythos dekonstruiert und dann gleich wieder dämonisiert worden war, überraschte aber doch. Fast schien es, als hätte die Bundesrepublik es noch immer dringend nötig, sich lautstark über die Medien der liberalen Ordnung des Landes zu vergewissern – vielleicht ja zu Recht.
Linke Selbstaufklärung
Allerdings ist in den letzten Jahren durchaus geschehen, ...
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In diesem «Ödipus» geht ein gezackter, mit Glas oder Plexiglas bedeckter Graben durch den Zuschauerraum (Bühne Karl-Ernst Herrmann). Wie ein Blitz des Zeus! Ob der tatsächlich mit Licht gefüllt wird? Oder Blut?
Die Zuschauerrampe ist schwarz und steil abfallend, die Bühne steht auf einem Metallgerüst, das wiederum im Wasser steht, und ist schwarz und steil...
