Impotenz! Gier! Selbstgefälligkeit!
Wut ist eine sekundäre Emotion. Menschen können Wut empfinden, wenn sie gerade mit etwas emotional Unmittelbarem zu kämpfen haben. Wenn wir zu kämpfen haben, weil wir mit Angst oder Traurigkeit oder auch Freude zurechtkommen müssen, kann es sein, dass sich dieser Kampf in Wut manifestiert.
Ich weiß nicht so recht, ob ich Wut für besonders inspirierend halte. Ich schreibe normalerweise aus einer Position des Zweifels oder der Verwirrung heraus. Wenn ich emotional auf etwas reagiere, das ich nicht verstehe, kann das dazu führen, dass ich darüber schreiben will.
Manchmal, um das Phänomen oder die Erfahrung zu ergründen und mir einen Reim darauf zu machen. Manchmal, weil ich etwas Zerbrochenes wiederherstellen oder etwas Unvollständiges vervollständigen will.
Wut hingegen beengt und blockiert.
Kann sein, dass diese Emotion die Kreativität nicht gerade beflügelt – immun bin ich trotzdem nicht gegen sie.
Der Premierminister
David Cameron ist der Premierminister von Großbritannien. Er ist Vorsitzender der konservativen Partei, jener politischen Partei, die in meinem Land in Koalition mit den Liberaldemokraten regiert.
Ich weiß nicht, ob man sich an seine Regierung später wegen ihrer ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Simon Stephens, Seite 42
von Simon Stephens
Wütend. Das ist ein Zustand, in den man oder frau gerät und sich dann darin befindet. Im Entstehen der Wut. «Da bin ich aber wütend geworden», erzählen wir und schauen so zustimmungsheischend um uns. Im Zustand des Wütend-Werdens fühlen wir uns berechtigt. Berechtigter. Der Vorgang des Wütend-Werdens erzählt uns selbst und denen, denen wir davon erzählen, davon,...
Was ist das für eine Justiz?», könnte man fragen, die eigentlich überzeugt ist von der Schuld einer Gruppe von Angeklagten, denen die vielfache Vergewaltigung und anschließende Ermordung eines fünfjährigen Jungen zur Last gelegt wird, und die doch die Waffen streckt und alle Beschuldigten freispricht, gegen ihre in der Urteilsbegründung geäußerte Überzeugung? «Was...
Intendanten sind auch Menschen» – mir schießt die Schamröte ins Gesicht. «Es sind ja nur 200 Mark im Monat mehr Gage, die ich will, weit unter dem Kollektivvertrag der Müllabfuhr.» Die 70er waren düstere Jahre, aber die Straßen der Künstler glitschig, ausrutschen hieß noch nicht untergehen, und Nacktheit wurde zur verspielten Erotik. Die Nebel zogen durch die...
