Bürgerliche Hausmusik
Das bildungsbürgerliche Publikum ist überall: Nicht nur auf die Hinterbühne hat es sich verdoppelt, sondern sogar bis auf die Bühne verlängert. Dort unten, eingekesselt zwischen den beiden Tribünen, lauschen zwei seriös gekleidete Paare einem Klavierspieler (Matthias Herrmann) und einem Sänger (Tomas Möwes) bei der Darbietung deutscher Volkslieder. Kurz darauf darf der gesamte Saal in Reinhard Meys «Apfelbäumchen»-Schnulze einstimmen, denn Gerhart Hauptmanns Familie Vockerat feiert die Taufe des ersten Enkels.
Wie ein bedrohlicher Stern geht über der Bühne in kindlich verzierten Holzbuchstaben der Name des neuen Stammhalters auf. So verzückt die Großeltern mitsingen, so zerstreut wirkt das junge Elternpaar: Übertrieben fürsorglich tätschelt der junge Vater Johannes seiner ständig auf das Babyphone schauenden Frau Käthe den Rücken. Klar, dass hier so einiges im Argen liegt und die bevorstehende mehrwöchige Zusammenkunft der Familie (bei Hauptmann in einem einsamen Landhaus am Müggelsee) ein böses Ende nehmen wird: Johannes, einst Theologe, verfasst inzwischen religionskritische Schriften, befindet sich derzeit jedoch in einer Schreibkrise. Er hadert mit seiner Rolle als ...
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Theater heute Februar 2015
Rubrik: Chronik Bochum, Seite 49
von Natalie Bloch
Personen
Die Junge (30)
Die Mittlere (50)
Die Alte (90)
4 SCHWESTERN
(die Hundsmäuligen)
Das Beil, das Männer mordet, reiche mir einer rasch!
(Klytaimnestra)
Drei Betten, für Die Junge, Die Mittlere, Die Alte, und also wie drei Häuser und zugleich die Schließanstalten, in welchen die vier hundsmäuligen Schwestern diese Betten zu bewohnen pflegen...
Es war am 12. November um 15:02 Uhr, ich weiß das so genau, weil ich auf einer Leiter stand und gerade unsere Küche strich, da klingelte das Telefon. «Morgen schreib ich, dass man das Neumarkt ganz anders machen sollte! Alle raus, nur noch Freie rein, einer wie Samuel Schwarz soll das leiten. Oder gehst du etwa noch ins Neumarkt?», sagte mein Ex-Chef vom Zürcher...
In «Frau Müller muss weg» von Lutz Hübner und Sarah Nemitz liefert ein Stellvertreterkrieg den dramatischen Stoff: Eltern, die sich für ihre Kinder ereifern. Schauplatz ist ein Klassenraum, in dem eine Gruppe Eltern der Lehrerin ihrer Grundschulkinder den Prozess machen will. Geschrieben und uraufgeführt wurde das Erfolgsstück 2010 in Dresden, nachgespielt...
