Gekommen, um zu helfen
Okay, im Deutschen Schauspielhaus Hamburg wird keine Bombe geworfen. In Federico Fellinis Porträt einer dem Untergang geweihten Schiffsgesellschaft «E la nave va» (1983) dagegen schon. Dort schleudert sie am Vorabend des Ersten Weltkriegs ein serbischer Jugendlicher, der mit mehreren Dutzend gerade erst aus Seenot geretteten Leidensgenossen nach dramatischen Verhandlungen vom Luxusliner «Gloria» an die österreich-ungarische Marine ausgeliefert werden soll, auf das nahende Kriegsschiff.
Ein selbstgebautes Bömbchen mit fatalen Folgen, denn der Kreuzer feuert schwer zurück und versenkt die mit der Crème der europäischen Opernszene beladene Edelbarke. Der überlebende Chronist, der zauselbärtige Journalist Orlando, wundert sich aus dem Off, dass der Attentäter zu so einer selbstzerstörerischen Tat überhaupt imstande war. Schließlich war er doch frisch verliebt, und zwar in Orlandos eigene Flamme, eine blutjunge höhere italienische Tochter, die dem Junganarchisten völlig freiwillig vom Luxusdeck in die Kriegsgefangenschaft gefolgt ist.
Die schönsten Frauen spannen sie uns aus, undankbar sind sie, und dann zündeln sie auch noch so lange herum, bis der ganze Laden in die Luft fliegt: ...
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Theater heute Februar 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Eva Behrendt
Aalen, Theater der Stadt
12. Vekemans, Gift – Eine Ehegeschichte
R. Tonio Kleinknecht
Altenburg/Gera, TPT
13. Lorca, Bluthochzeit
R. Akillas Karazissis (Altenburg)
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
7. Shakespeare,
Der Widerspenstigen Zähmung
R. Tamara Korber
Augsburg, Sensemble Theater
20. Kaurismäki, I Hired a Contract Killer
R. Sebastian Seidel
Augsburg, Theater
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Ivo Dimchev ist ein sanfter und wilder Künstlerteufel aus Bulgarien, der uns mit Sarkasmus, Schmerz, abgründig und komisch die Strukturen einer läppischen sozialen Verabredung um die Ohren haut und immer etwas weiter geht als die Erwartung. Als osteuropäische, nicht traditionelle Hure (wie er sich einmal nennt), holländisch geschult in postdramatischer Performance,...
Ein Kino. Febo Maris «Cenere« (1916) wird gezeigt, der einzige Film mit dem italienischen Theaterstar Eleonora Duse (1858–1924). Und mehrere Minuten dieses Films eröffnen John Neumeiers Ballett «Duse», stumm, in eine Ecke der Bühne verbannt, eine beeindruckende szenische Lösung, aber auch ein bisschen verschenkt. Denn um den heute nur schwer erhältlichen Film geht...
