Elegante Konsequenz, keine Kompromisse
Wenn wir schlafen, arbeiten wir», erklärt der freundliche Schlafforscher von der Leinwand in der Creation «EXIT» von Kris Verdonck. «Im Schlaf setzen wir die Teile unserer Erlebnisse zu etwas Neuem zusammen wie ein Schuster einen Schuh.» Das Publikum sitzt und liegt auf Polstern. Eine Tänzerin vollführt eine Bewegungsfolge, die sie über die Dauer einer dreiviertel Stunde in einem immer dunkler werdenden Licht wiederholen wird, bis sie uns in den Schlaf getanzt hat.
In der «Suite No 2» von Joris Lacoste muss man hingegen sehr wach sein, um Text und Gedanken zu folgen.
Viel später in Marten Spangbergs Zweieinhalb-Stunden-Tanzperformance «La substance, but in English» darf und soll das Publikum kommen und gehen, ein aufmerksames Floaten. Auch in der Rezeptionsanforderung setzt das Kunstenfestivaldesarts in Brüssel auf die Offenheit für das Unterschiedliche in der Welt, das sich zu etwas Unbekanntem zusammensetzen kann.
Das Sprechen der Welt
Die «Suite No 2» der Gruppe L’Encyclopédie de la Parole und des Regisseurs Joris Lacoste ist dabei eine der stärksten Produktionen des diesjährigen Festivals. Als eine Gruppe von Künstlern, Dichtern, Regisseuren und Schauspielern betreiben sie seit ...
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Theater heute Juli 2015
Rubrik: Festival, Seite 34
von Stefanie Carp
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