Spontane Interaktion
In aktuellen Theaterstücken kommt es nicht so häufig vor, dass zwei sich richtig verlieben. Geschieht es dann doch, schießt Amor seine bittersüßen Pfeile vornehmlich im Supermarkt ab. Vor fünf Jahren etwa lernte eine gewisse Katja einen Martin in einem Elektromarkt kennen. Das war in Roland Schimmelpfennigs «Hier und Jetzt»; die beiden wären am liebsten gleich vor einem der Regale übereinander hergefallen. Jetzt ist es wieder so weit: Sie heißt Grete, steht am Kühlregal eines Supermarktes und studiert das breitgefächerte Angebot im Quarksegment.
Da fällt was, auf dem Boden vermischt sich Sahne mit geforenen Himbeeren, und plötzlich blickt sie in die Augen von Jakob. Die beiden verlieben sich Knall auf Fall.
Dass immer noch 66 Prozent aller Singles und sogar die mit akademischem Hintergrund an Liebe auf den ersten Blick glauben, hat gerade die Umfrage einer im Edelsegment operierenden Online-Partnervermittlung ergeben. Gut, mag Martin Heckmanns sich gedacht haben: Wenn da immer noch so viel Romantik unterwegs ist, unterziehe ich sie doch einem Härtetest und konfrontiere den Zustand glühender Verliebtheit mit all den Kleinigkeiten, die verhindern, dass wir selbst in emotionalen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Januar 2013
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Jürgen Berger
Sofia liegt nicht am Weg. Wer sich dessen wirklich bewusst werden will, steigt in Wien in den Zug. In etwas über 30 Stunden ist man am äußeren europäischen Rand. Zwischen Budapest und Bukarest hat man eine Nacht im ungarischen Speisewagen verbracht, wo zu magenzersetzendem Filterkaffee gegen alle EU-Gesetze geraucht wurde, dass die schmutzigen Scheiben beschlugen;...
Es war sein erfolgreichstes Drama und sein größter Misserfolg zugleich: «Die schmutzigen Hände», Jean-Paul Sartres Stück über einen politischen Auftragsmord, hat sich am Abend der Uraufführung 1948 in Paris verselbständigt – und alle Versuche des Autors, es wieder einzufangen, zeigten sich wenig effektiv. Publikum und Kritik feierten das Stück als...
Mit dem Begriff «Fast Forward» verbindet ein Kind der 80er eigentlich die Vorspul-Taste am Kassettenrekorder, die für alles gebraucht wurde, was man in der Kunst eher nicht will: das Schlappe, das Album-Füllwerk zwischen den tollen Songs oder auch nur das zu oft Gehörte. Und wenn ein Festival für junge Regie mit ebendiesem Titel «Fast Forward» Assoziationen wie...
