Der gelbe Fleck
Paulus Hochgatterer, 1961 in Amstetten geboren, ist ein bekannter Facharzt und einer der besten Prosaautoren Österreichs. Er ist Arzt für Psychiatrie und Neurologie des Kindes- und Jugendalters und seit einigen Jahren Primar an der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Tulln/Niederösterreich. Als Facharzt ist er ein sehr gefragter Spezialist und das nicht nur in spektakulären, über die Landesgrenzen hinaus bekannt gewordenen Extremfällen.
Hochgatterer leitete daneben eines der Wiener Institute für Erziehungshilfe, und insofern kann man, denke ich, mit Fug und Recht behaupten: Es ist ihm nichts Menschliches fremd.
Auch als Prosaautor hat Hochgatterer ein beachtliches Werk vorgelegt, das – wie man erstaunt feststellen muss – im bundesdeutschen Raum viel zu wenig bekannt ist. Viele seiner Erzählungen und Romane beruhen auf den beruflichen Erfahrungen als Psychiater, allerdings wäre es nicht nur ungerecht, sondern wirklich unangemessen, sein Werk lediglich an seinem Brotberuf zu messen.
Paulus Hochgatterer schreibt nun an seinem dritten Stück. Der Arbeitstitel lautet «Makulatur». Das, was unter der Tapete verborgen ist, ist Makulatur. Ausrangierte alte Akten, Zeitungen oder Bücher, deren ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Die neuen Stücke, Seite 153
von Andreas Beck
Das Schöne an den Neuen Stücke ist, dass jedes Jahr noch neuere nachwachsen. Da ist kein Ende in Sicht! Auch in diesem Jahr stellen Dramaturgen ihre neuen Lieblinge vor: neue Stücke von Peter Handke, Lukas Hammerstein, Paulus Hochgatterer, Elfriede Jelinek, Daniel Karasik, Daniel Kehlmann, Dennis Kelly, Oliver Kluck, Franz Xaver Kroetz, Tony Kushner, Dirk Laucke,...
Das ist der Tod, der vor mir steht – lacht!» Mit diesem Motto beginnt Emine Sevgi Özdamars Umwidmung eines barocken Totentanzes zu einem Memento mori in sieben Szenen, zu einem grausigen und komischen Spiel über Krankheit, Verlassenwerden, Sterben im Exil und die Kraft, die der Mensch dagegen mobilisieren kann. Sie feiert keinen Kult der Vergänglichkeit, in dem...
Ich bin gebeten worden, über etwas zu schreiben, das mich wütend macht, und angesichts der Welt, wie sie ist, befinde ich mich ohnehin fast ständig in einem Zustand von anschwellender Wut. Es sollte also nicht schwierig sein. Aber seltsamerweise werde ich nicht über etwas schreiben, das mich ärgert, sondern über etwas, das mich verwirrt. Schon dieser Umstand macht...
