Benutz es!
Die Besetzung verblüfft alle: Warum soll ausgerechnet das schüchterne Entlein Fine die nymphomane Camille (eine «ausgehungerte Hyäne») spielen? Immerhin geht es um eine Aufführung in der Volksbühne, die der berühmte Regisseur Kaspar Friedmann mit Schauspielschülern bestreiten will. Darum: Weil Fine einen «Schaden» hat! Und ein Schaden, das ist das Einfallstor für Manipulation und Psychoterror, aus denen am Ende Kunst entsteht. Regisseur Friedmann ist da ganz Old School, ein Erpresser und Wüterich, selber hinreichend gestört, um als Genie durchzugehen.
Alkohol, Depression, die Richtung, wie er Fine in einem intimen Moment gesteht, um ihr eigenes traumatisches Urerlebnis hervorzulocken: der gebrochene Arm mit acht, den die Mutter einfach übersah, weil sie so fixiert war auf die geistig behinderte Schwester. Weil Fine sich immer übersehen gefühlt hat, will sie endlich ins Rampenlicht. Manchmal würde sie Schwester Jule am liebsten umbringen.«Benutz das», sagt Friedmann begeistert, «bleib in der Emotion.»
Wie Regisseure so reden, oder wie sich Filmregisseure vorstellen, dass Theaterregisseure reden. Das Drehbuch, das Regisseur Christian Schwochow wie seinen Erstling «Novemberkind» ...
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Theater heute Februar 2012
Rubrik: Magazin: Kino, Seite 61
von Barbara Burckhardt
5./Sonntag
16.50 3sat: Die Schachnovelle Spielfilm (1960) nach Stefan Zweig, mit Curd Jürgens, Claire Bloom, Hansjörg Felmy, Mario Adorf u.a., Regie Gerd Oswald
8./Mittwoch
0.20 ARD: Der rote Kakadu Spielfilm (2006) von Karin Aström und Michael Klier, mit Max Riemelt, Jessica Schwarz, Kathrin Angerer, Devid Striesow u.a., Regie Dominik Graf
9./Donnerstag
21.00 3sat:...
Irgendwann während der Vorbereitung hat sich die neue Heidelberger Mannschaft wohl überlegt, wer in Heidelberg und Umgebung schon mal daheim war und wen man wieder heimholen könnte. Wenn es so war, kamen sie an einem nicht vorbei: Johann Kresnik, der ab Ende der 1970er Jahre von Heidelberg aus mehr als zehn Jahre sein choreografisches Theater propagierte und nun...
Per Geburtsdatum sind Anja Hilling, 1975 im Emsland geboren, und Oliver Kluck, 1980 auf Rügen, Fachleute für die Generation der Anfang- bis Mitt-30er, so genannte «Generationenporträts» sind ihre Spezialität. An denen herrscht zur Zeit auch am Büchermarkt kein Mangel: «Wir haben (keine) Angst» nennt Nina Pauer ihr Buch, in dem sie ihre Alterskohorte auf die Couch...
