Traumaturgen-Dämmerung
Ein klares Wort zu Beginn: «Das deutsche Theater ist das beste Theater der Welt», sagte Tom Stromberg und meinte es nicht ironisch. Der ehemalige Intendant des Frankfurter TAT und des Hamburger Schauspielhauses, der aktuell das «Impulse»-Festival in Nordrhein-Westfalen leitet, traf damit zwar nicht den Nerv der Sache, aber durchaus einen wunden Punkt.
Vier Tage lang nämlich hatten die Hessische Theaterakademie und der Dramaturgie-Studiengang der Universität Frankfurt internationale Theatermacher und -denker in die Mainmetropole geladen, um unter dem Motto «Europäische Dramaturgie im 21. Jahrhundert» Tendenzen zeitgenössischer Theaterarbeit zu diskutieren. Man hörte von belgischen Organisationsmodellen, finnischen Ausbildungswegen und englischem Geldmangel. Auffallend oft ging es dann aber doch um die deutschen Verhältnisse.
Das Knirschen der Stadttheaterstrukturen wurde beschrieben, und die zahlreichen Vertreter der Freien Szene beklagten den Verlust an institutioneller Unterstützung, der sich in den letzten Jahren zunehmend verstetigt habe, so dass manch einer gar den Wandel vom ehemaligen Schlaraffen- zum künftigen Ödland des Theatermachens erkennen wollte. Dazu stand im ...
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Über eine Theateraufführung kann nur schreiben, wer mit eigenen Sinnen und Verstand gegenwärtig war. So dachte man bisher, und so formuliert die Theaterwissenschaft und Theaterkritik ihr leidiges Problem, ein flüchtiges Ereignis analysieren und konservieren zu wollen. Schon der Versuch eines Kritikers oder wissenschaftlichen Beobachters, während der Aufführung...
Ein wenig ist das wie Wrestling, wie Schattenboxen da vorne auf der breiten Bühne des Velodroms; und dann kommen auch noch Ausdruckstanz-Verrenkungen dazu, wie man sie aus der Raumschiff-Orion-Disco kennt: So versucht Regisseurin Petra Wüllenweber in ihrer «Penthesilea»-Inszenierung am Regensburger Theater mit ein paar Schauspielern ein großes Schlachtengetümmel...
Gelächter kann man leicht haben, Heiterkeit schon schwerer. Wer heiter ist, dem gelingt das Leben, wer lacht, vergisst es nur. Shakespeares Lachen ist selten ohne Schwermut, seine Heiterkeit ist ein Trotzdem angesichts von Verlusten. Das wissen beide Inszenierungen – die Bochumer der eigentlich sanften, lyrischen Komödie «Wie es euch gefällt», die Düsseldorfer der...
