Steinbruch Illyrien

William Shakespeare «Was ihr wollt»

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In den Landschaften nördlich von Griechenland müssen die Leidenschaften so dionysisch sein, dass man es dem Personal von «Was ihr wollt» nicht verübeln kann, wenn es sein Heil im Komasaufen sucht. Nach den gelungenen Inszenierungen von Lars von Triers «Idioten» (Heidelberg) und Ewald Palmetshofers «wohnen. unter glas» (Wien) hat Sebastian Schug nun mit Shakespeares melancholischer Komödie einen großen Abend für Schauspieler angestrebt. 

Allerdings müsste man zu diesem Zweck ein besser bestücktes Ensemble zur Verfügung haben.

Und man sollte nicht derart auf der krachledernen Seite des illyrischen Gefühls­dschungels landen, dass von der Reise in die dialektischen Klüfte erotischer Anziehung und Abstoßung kaum was übrig bleibt. Paul Grill etwa heult in der Eingangsszene des Orsino Rotz und Wasser, bis jeder weiß: Der liebeskranke Herzog ist ein Waschlappen. Dann singen die Heidelberger Illyrier immer wieder ausdauernd, bevor in der Hasenfuß-Szene mit Sir Leichenwang und der als Cesario verkleideten Viola die Degen derart kunstvoll fliegen, dass man den Text vergessen könnte, der auch noch mit im Spiel ist. 

Mit dem Verhältnis der Inszenierung zum Text ist das so eine Sache. Zum einen ...

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Theater heute August/September 2008
Rubrik: Chronik, Seite 75
von Jürgen Berger

Vergriffen
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