It’s a match!
In dem von Aristophanes 411 v. Chr. uraufgeführten Stück «Lysistrata» wird der Krieg zwischen Sparta und Athen zum Kampf der Geschlechter. Um den Frieden zu erzwingen, starten die Frauen hinter der Frontlinie einen Vergeltungsschlag auf Krieg und Patriarchat. Sie ziehen alle Register weiblicher Verführungskunst und quälen die Männer durch Enthaltsamkeit – und ein von beiden Seiten äußerst konsequent geführter Machtkampf beginnt.
Wer sonst sollte sich heute diesen Stoff vornehmen, wenn nicht Sibylle Berg? In ihren Romanen, Theaterstücken und Kolumnen erweist sie sich als scharfsinnige Analytikerin der Geschlechterverhältnisse. Nun hat sie die antike Komödie zur Grundlage ihres neuen Stücks gemacht und als Auftragswerk für das Theater Basel eine zeitgemäße Fortsetzung geschrieben: «In den Gärten oder Lysistrata Teil 2». Es ist ein bissiges Plädoyer für Gleichberechtigung und gegen überholte Rollenzuschreibungen. Darin lässt die Dramatikerin als Einzelstimmen DIE Frau Lysistrata und DEN Mann Bernd, von einem Frauen- und Männerchor begleitet, zu Wort kommen. Und diese weiblichen und männlichen Stimmen vermelden nicht etwa nur eine pessimistische Bestandsaufnahme – nein, Sibylle ...
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Theater heute Jahrbuch 2019
Rubrik: Neue Stücke, Seite 160
von Julia Fahle
Mit den Worten «hallo? / hört uns jemand?» eröffnet der österreichische Dramatiker Ewald Palmetshofer sein neues Theaterstück, eine hochmusikalische, rhythmisch stark geformte Sprachpartitur. Die Frage, die sich als ein Angebot an das Publikum verstehen lässt, in einen Dialog zu treten, ist eine rhetorische, denn die Verlorenen werden kein Gehör finden. Bereits im...
In den letzten Jahren hat sich der Gegenstand postkolonialer Kritik in den darstellenden Künsten von der Vorder- auf die Hinterbühne erweitert. 2019 reicht es hierzulande nicht mehr aus, ein Stück, eine Performance, ein Panel oder ein Festival zu rassismuskritischen oder postkolonialen Inhalten zu veranstalten, ohne die inhärente Kolonialität der eigenen...
Was haben ein Dreckspfau, ein Spatz, ein Bussard, eine Rauchschwalbe, ein Zilpzalp, eine Feldlerche, eine Krähe, vier unterschiedliche Arten Meisen, ein Flamingopärchen, eine Pute, ein Huhn & eine Henne, eine weiße Taube und natürlich der titelgebende Bookpink, plattdeutsch für Buchfink, gemeinsam? Sie sind menschlich, allzu menschlich.
Caren Jeß’ federführendes...
