Die wollen doch nur spielen!
Drei ältere Stücke von Philipp Löhle werden zum Berner Saisonauftakt als «Trilogie der Träumer» in der Regie von Jan-Christoph Gockel zur Uraufführung gebracht. Es geht an diesem Abend um untergebutterte Visionäre, Revoluzzer ohne Breitenwirkung, erfolglose Erfinder. Und um etwas, das gelingen soll: die Schauspieleröffnung des Berner Theaters, das sich neu Vierspartenhaus nennt.
Viel kulturpolitisches Bemühen steckte man in der Schweizer Bundeshauptstadt die letzten Jahre über in eine neue Dachorganisation für Stadttheater und Symphonieorchester.
«Konzert Theater Bern» vereint nun unter dem neuen Direktor Stephan Märki die Sparten Tanz, Oper, Schauspiel und den Orchesterbetrieb. Als Schauspielchefin holte Märki die ehemalige Leiterin des Berliner Theatertreffens, Iris Laufenberg, nach Bern. Und die bereitet – ganz festivalerprobt – ihrem Publikum zum Saisonauftakt mit besagter Trilogie ein kleines Löhle-Festival.
Skurrile Maschinen aus Pappe dekorieren das Foyer der Vidmarhallen. Und wenn die Zuschauer in der Außenspielstätte ihre Mäntel abgeben, läuft das erste Stück bereits: «Lilly Link oder schwere Zeiten für die Rev …». Vorne begegnen sich ehemalige Aktivisten in einer TV-Show ...
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Theater heute November 2012
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Ellinor Landmann
Die beiden unterschätztesten Theaterbücher des Jahres erscheinen alljährlich im September: die «Theaterstatistik» mit den «wichtigsten Wirtschaftsdaten» der Bühnen und die nicht weniger spannende Werkstatistik «Was wird gespielt», herausgegeben vom Deutschen Bühnenverein in Köln. Jeweils mehrere hundert Seiten Zahlenkolonnen zu noch den kleinsten öffentlichen...
Das Marathon-Camp, das Ende September in Graz stattfand, war eine kalkulierte Überforderung. 250 Künstler, Theoretiker und Aktivisten waren Teil eines Programms, in dem es um nicht weniger als die Wiedergeburt der Kunst aus dem Geiste des Politischen ging. Rund um die Uhr waren bei der Auftaktveranstaltung des Steirischen Herbsts Diskussionen angesetzt,...
Wenn ein israelischer Erfolgsautor ein Stück über Steinigung im Iran schreibt, ist man geneigt, es als Kriegspropaganda abzustempeln. Doch Joshua Sobol (*1939), der in Israel und auch Deutschland zu den meistgespielten israelischen Dramatikern gehört, widersetzt sich gerne Schubladen und Ideologien und thematisiert in seinen Stücken provokant auch israelische...
