Neue Stücke
Die heimliche Uraufführung war schon bei «Harald Schmidt»: Der Latenight-Talker und Operetten-Zar stellte sich der Schauspielerin, Autorin und Performancekünstlerin Anne Tismer zur zweitbesten Sendezeit zur Verfügung, um mit ihr gemeinsam einen zehnminütigen Probelauf von «Hitlerine» in selbstgebastelten Jeeps und Ameisenkostümen zu performen. Das komplette Werk inszeniert jetzt Alexis Bug in der Berliner Volksbühne – allerdings ohne Schmidt.
Ebendort klaut René Pollesch seinen schönen Stücktitel «Ich schau dir in die Augen, gesellschaftlicher Verblendungszusammenhang» bei einem im Ventil Verlag erschienenen Reader «zur Subjektkonstitution und Ideologieproduktion» von 2001. Auch an der Schaubühne kommen Theoriefreundinnen auf ihre Kosten: Lore Stefanek und Juliane Gruner spielen «Das darf man nicht sagen» von der Feminismus-Ikone Hélène Cixous.
Thomas Freyer hat für das Berliner Gorki Theater ein neues Stück über das Leben in ungesicherten Arbeits- und Beziehungsverhältnissen geschrieben, «Im Rücken die Stadt» (R: Nora Schlocker), und auch «Das blaue, blaue Meer» von Nis-Momme Stockmann spielt in einer Gegend, in der die Menschen «keine Arbeit, wenig Ausbildung, und noch weniger ...
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Die Renaissance, wie sie singt und lacht, mordet und hurt: Im Florenz des Jahres 1537 ist mit dem jungen Alessandro de’ Medici ein brutaler, genusssüchtiger Fürst an der Macht, vor dem keine Party und keine Jungfrau sicher ist. Sein Cousin Lorenzo, genannt Lorenzaccio, ist sein engster Vertrauter – und sein Mörder. Soweit der historische Hintergrund eines Stücks,...
Er hatte sich mal wieder gründlich und vermutlich genussvoll im Ton vergriffen, Berlins Lieblings-Buhmann. Als Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin im Oktoberheft von «Lettre international» Berlin eine düstere Zukunft prognostizierte, wenn die Stadt sich nicht schnell und rabiat der Integrationsprobleme insbesondere türkischer und arabischer Zuwanderer annehme, hatte...
Der Schriftsteller und Alkoholiker Beverly Weston ordnet letzte Dinge. Bei Michael König schaukelt er dazu behaglich ein gut gefülltes Whiskyglas in den Händen, umschreitet mehrfach den zerschlissenen Ledersessel vor dem Kamin und wirft noch einen kopfschüttelnden Blick auf zwei, drei Manuskriptblätter, bevor er sie versonnen den Flammen opfert. Der jungen...
