Fuck you, Hate you
Philip Seymour Hoffman ist eine der markantesten Erscheinungen Hollywoods. Mit Bierwampe, Fünfzehn-Tagebart und schnoddriger Nuschelstimme verkörpert er eine fast schon anachronistisch wirkende Schauspielerfigur: den Charakterdarsteller, der sich mit Rollen in Filmen wie «Happiness» oder – oscargekrönt! – «Capote» immer eher für die intellektuelleren Ecken des Filmbetriebs interessiert hat. Dazu passt sein gegenwärtiger Metier-Wechsel ins Regie-Fach am Public Theater in New York.
Sogar bei den Voraufführungen konnte man ihn nachdenklich in den Zuschauerreihen sitzen und mental an der Inszenierung schwerstarbeiten sehen. Dieser Mann meint es ernst.
Im Zentrum von «The Little Flower of East Orange» steht die Beziehung zwischen dem alkoholkranken Danny (Michael Shannon) und seiner sterbenden Mutter Therese Marie (Ellen Burstyn): Therese hat die Selbstinszenierung als sich aufopfernde Heilige zu ihrer Überlebensstrategie gemacht und dabei unwillentlich einen gigantischen Schuldkomplex im Sohn installiert. Was ebenso für eine zärtliche Beziehung zwischen den beiden sorgt wie es den Sohnemann ab und an in verschiedene Ausnüchterungszellen auf Polizei-Stationen schickt. Proletarische ...
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Vielleicht sollten sich Theater, anderen Unternehmen folgend, mal für das Instrument der freiwilligen Selbstverpflichtung interessieren. Zum Beispiel so: «Wir, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Textbearbeiter, verpflichten uns freiwillig, in der Spielzeit 2008/09 probeweise auf allen Authentizitätssprech, insbesondere auf Verwendung von Ausrufen, Wörtern und...
Klaus Michael Grüber galt jahrzehntelang als der Dunkel- und Schmerzensmann der deutschen Theaterregie. Das war – zumindest äußerlich – nicht immer so, wie dieses Foto von Ruth Walz zeigt, aufgenommen im Sommer 1973 auf dem Schiff nach Griechenland, wohin er das Ensemble der Schaubühne um Peter Stein auf einer Exkursion zur Vorbereitung des «Antikenprojekts» und...
Harper Regans Vater liegt im Sterben. Sie will ihn besuchen. Da ihr Mann, so Harper, «nicht arbeiten kann» und ihr Boss ihr nicht freigibt, riskiert sie ihren Job, den Unterhalt und den Zusammenhalt ihrer Kleinfamilie, als sie ohne Abschied von Uxbridge zu ihren Wurzeln nach Stockport aufbricht.
Schon in «One Minute», einem seiner ersten Stücke, stellte Simon...
