Hülle und Fülle
In den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts wollte sich auch Sydney eine Oper gönnen. Unter den 233 eingereichten Entwürfen erhielt der international unerfahrene dänische Architekt Jørn Utzon 1957 den Zuschlag. Obwohl es ursprünglich keine finanziellen Beschränkungen gab, führten enorme Kostensteigerungen und künstlerische Differenzen, gerade auch über die Innenausstattung, zum Bruch, und Utzon verließ das Land. Dennoch ist das Opernhaus von Sydney eines der bekanntesten Gebäude der Welt.
Doch so genial das Haus von außen gelang, seien nun weiße Segel oder Orangenspalten die Inspirationsquelle, so enttäuschend ist das Innenleben: in den insgesamt fünf Theaterräumen mit 5532 Sitzplätzen herrschen Plüsch und Konvention.
Damit ist das Opernhaus in Sydney eines der prominentesten Beispiele dafür, wie zwiespältig der Anspruch des Theaterbesuchers, zeitgemäße Theaterkunst in zeitgemäßem Ambiente zu erleben, erfüllt wird: Er betritt das Haus, vom Zeitgeist beschwingt, gibt die Garderobe im gestylten Foyer ab, um die Welt, in der er lebt, hinter sich zu lassen. Dann setzt er sich in einen Theatersessel im Stil des vorvorigen Jahrhunderts, und sein Auge schweift über geglättete Nachfahren ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juni 2011
Rubrik: Theaterbauten, Seite 4
von Martin Zehetgruber
Berlin
spielzeit’europa
vom Oktober bis Dezember
Pressebüro der Festspiele
Schaperstr. 24, 10719 Berlin
Tel.: 030/25 48 91 00
Fax: 030/25 48 92 30
kartenbuero@berlinerfestspiele.de
www.spielzeiteuropa.de
Bochum
Figurentheaterfestival FIDENA
von September bis Oktober
Festivalbüro Deutsches Forum
Hattinger Str. 467, 44795 Bochum
Tel.: 0234/477 20
Fax: 0234/477 35
...
Das Ohr aufwecken, die Augen, das menschliche Denken» – unter diesem schönen, alle Wahrnehmungskanäle öffnenden Motto von Luigi Nono stehen in diesem Sommer die Salzburger Festspiele. Was das vor allem für die Stadt Salzburg bedeutet, erläuterte beim «Presselunch» in der Österreichischen Botschaft in Berlin Bert Brugger, Geschäftsführer der Tourismus Salzburg GmbH:...
Der Holländer Johan Simons setzt in seiner ersten Intendanten-Spielzeit an den Münchner Kammerspielen deutliche Signale: So bayerisch ging es hier schon lange nicht mehr zu, mit Ivo van Hoves «Ludwig»-Spektakel, einem Feuchtwanger-«Erfolg»-Lesemarathon und zuletzt einem Premierenwochenende, das sich tief ins Nächtliche der Bayern-Hauptstadt wagte: in die dunkle...
