Von leuchtenden Mäusen und träumenden Menschen
Roland Schimmelpfennig hat einmal gesagt, Theater sei «Faxenmacherei». Seitdem aber seine Stücke immer mehr die deutschen Bühnen bevölkern, geheimnissen die Bühnenkünstler, eifrig sekundiert vom erwartungsvollen Feuilleton, viel in die angeblich raunenden, nicht enträtselbaren, überdies naturgemäß postmodernen Texte hinein. Denn Schimmelpfennig ist in der Art, wie er seine Geschichten konstruiert, tatsächlich einer derjenigen, der das Konstruieren schlimmer treibt als jegliche Theaterpolizei es erlaubt.
Und kaum hat er als Mechanicus seine Tinguelysche Maschine gebaut, zerschlägt er sie mit dem Hammer, dekonstruiert sie also und ordnet die Splitter und Fetzen dann so, dass sie ein höchst bewusstes Vexierbild von Wirklichkeit abgeben.
Das ist tatsächlich ästhetisch und philosophisch höchst vergnügliche «Faxenmacherei», denn es entsteht ein bewusst komponierter Zufall, der dann natürlich gar keiner mehr ist, sondern vielmehr ein gewissermaßen ins Metaphysische gehobenes Gelächter über die Welt auslösen kann. So auch in der mittlerweile zu einiger Berühmtheit gelangten Geschichte vom silbernen Löffel in seinem Stück «Auf der Greifswalder Straße». Hier schlägt der sogenannte Zufall ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Alltagsmenschen im Ausnahmezustand interessieren Sergi Belbel sehr. Um sie möglichst schnell dahin zu bringen, verwendet er starken Zündstoff: Kidnapping, schwere Unfälle, Terroranschläge sind Auslöser für plötzliche Seelenauffaltungen mittlerer Manager oder bringen festgefahrene Familienstrukturen in Bewegung. Er treibt seine Menschen rasch in die Katastrophe und...
Wie machen sie das nur, Katharina Schüttler und Felix Goeser, die Hedda Gabler an der Berliner Schaubühne und der Stuttgarter Platonow, erst wenige Jahre am Theater und schon Schauspieler des Jahres?
Gibt es dafür auch Regeln? Zwei Porträts über die bezwingendsten Darsteller der Saison, deren Bühnenwirkung sich kaum jemand entziehen kann.
...Wenn die Menschen nicht zum Theater gehen, geht das Theater eben zu den Leuten. Und wenn die Leute das Theater nicht mehr verstehen, versucht es zumindest, sich dem Nachwuchs zu vermitteln. Die deutschen Bühnen haben gute Gründe, ihr potenzielles Publikum zur Partizipation zu animieren. Ein Report über Nutzen und Nachteil der Allianzen zwischen Kunst und Pädagogik...
