Göttingen: Die Anlagen-Blase

Lukas Linder «Die melancholische Seite meines Steuerberaters» (U)

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Das bekannteste Anlageprodukt, die sogenannte Secu-Rente, sollte «ein Steuersparmodell für den kleinen Mann» sein. Als im Juni 2007 am Amtsgericht Göttingen das Insolvenzverfahren gegen die Göttinger Gruppe Vermögens- und Finanzholding GmbH & Co. KGaA eröffnet wurde, waren 1 Milliarde Euro verschwunden. Betroffen waren Menschen, die ihre ohnehin schmalen Renten aufbessern wollten. Sie waren den Ratschlägen von Anlageberatern und Politikern gefolgt, man möge doch bitte für eine private Verbesserung der Altersvorsorge sorgen.

 

Etwas mehr als zehn Jahre später sieht die Welt zwar etwas anders aus, ein Finanzcrash ist aber immer möglich. Reagiert das Deutsche Theater Göttingen mit der Uraufführung von «Die melancholische Seite meines Steuerberaters» nun auf die Pleite der Göttinger Gruppe, könnte das ein später Versuch der Traumabearbeitung sein. Man könnte aber auch auf aktuelle Tendenzen verweisen: Seht her, so wird es enden, wenn der amtierende US-Präsident oder eine rechtsdrehende italienische Regierungskoalition eine deregulierende Schuldenpolitik betreiben.

Autor Lukas Linder und Regisseur Erich Sidler signalisieren allerdings vor allem, man möge nicht erschrecken, alles sei ...

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Theater heute Januar 2019
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Jürgen Berger

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