Auf Wiedersehen in Wu-So-Re
Jürgen Büssow hat zur Zeit keinen dankbaren Job. Der gelernte Orthopädiemechaniker und studierte Sozialarbeiter hat eine lupenreine SPD-Parteisoldatenkarriere hinter sich, war zwanzig Jahre Landtagsabgeordneter und wäre 2001 gerne Intendant der Deutschen Welle geworden, leider vergeblich. Nun ist er seit 1995 Regierungspräsident in Düsseldorf, und zu seinem Regierungsbezirk gehören zehn Großstädte, von denen nur noch drei einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen: Düsseldorf, Krefeld und Mülheim/Ruhr.
Die sieben anderen, nämlich Oberhausen, Duisburg, Essen, Mönchengladbach, Wuppertal, Solingen und Remscheid sind faktisch pleite, was sie zu einem Nothaushalt zwingt. Den muss Regierungspräsident Büssow überwachen, sprich genehmigen.Was ihn teilweise zu Sparvorschlägen anspornt, die nicht nur der Kultur die Knochen brechen.
«Nehmen wir mal die Theater», meint Büssow im Gespräch mit der «WAZ», und das klingt zu Recht nach Drohung: «In Oberhausen wurde 2007 jede Theaterkarte mit 146 Euro bezuschusst, in Essen mit 93 Euro, was besonders günstig ist. Die Bürger, die nur 15 oder 20 Euro zahlen, wissen das nicht, haben deshalb keinerlei Kostenbewusstsein. Man sollte sie mit Tafeln im Foyer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Andreas Wilink Der Kölner Stadtrat hat einerseits den enorm teuren Neubau des Schauspielhauses beschlossen und droht andererseits mit Kürzungen des Etats. Wie löst sich und wie lösen Sie diesen Widerspruch auf?
Karin Beier Ich habe in den vergangenen Wochen öffentlich alles zur Zukunft des Kölner Schauspiels gesagt, was mir wesentlich erschien, und warte jetzt erst...
Zum ersten Mal erscheint Katharina Matz im dritten Heft des frisch gegründeten Magazins «Theater heute», im November 1960. Zugegeben: eher bescheiden. «Katharina Matz und Günther Jerschke», steht da knapp am Ende eines Verrisses aus den Hamburger Kammerspielen, «waren angemessen in Episoden beschäftigt.» Das Stück hieß «Lucy Crown», war eine misslungene...
Später nannte es Siegfried Unseld ein «ausgesprochenes Tief». Eigentlich stand alles bestens zwischen Autor und Verlag. Thomas Bernhard kam nach wochenlangen Briefwechseln und abschließendem Telegrammaustausch mal wieder nach Frankfurt, seinen Verleger besuchen. Er brauchte ein neues Darlehen, 20.000 DM, nicht wenig Geld Mitte 1971. Man sah die Abrechnungen durch,...
