Fürs Theater brennen!
Die beiden unterschätztesten Theaterbücher des Jahres erscheinen alljährlich im September: die «Theaterstatistik» mit den «wichtigsten Wirtschaftsdaten» der Bühnen und die nicht weniger spannende Werkstatistik «Was wird gespielt», herausgegeben vom Deutschen Bühnenverein in Köln. Jeweils mehrere hundert Seiten Zahlenkolonnen zu noch den kleinsten öffentlichen Bühnen, ihren Zuschüssen, Besuchern und Personal mit den Stücken, Opern und Werken, die darauf hüpfen, tanzen und singen. Langweilige Zahlenspiele? Im Gegenteil: die wahren Trends der Bühnenrepublik.
Von Jahrgang zu Jahrgang verändert sich allerdings verhältnismäßig wenig, da lullen statistische Unschärfen, wegen Renovierung geschlossene Häuser und kleinere Ausschläge nach oben oder unten ein und suggerieren business as usual. Ganz anders dagegen die sensiblen Kennzahlen über größere Zeitspannen. Der etwas längere Atem der Geschichte hat leider nicht immer den allerbesten Mundgeruch.
Die Stadtkämmerer können jedoch ebenso zufrieden sein wie die Kulturdezernenten und Verwaltungsdirektoren. Alle waren fleißig und haben die Effizienz gesteigert – ohne allzu viele böse Theaterschließungen. Gab es 1991/92 noch 154 öffentliche ...
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Theater heute November 2012
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille
Lieber Niels,
am Tage der Nachricht über Deinen Tod haben viele Menschen, die Dir nahestanden, die mit Dir zusammengearbeitet haben, die Dich kannten, miteinander geredet. Keiner von uns kann verstehen, dass Du nicht mehr unter uns weilst. Wir wissen zu wenig, um zu verstehen. Ich versuche – wie alle anderen – meine Erinnerungen mit einigen Fragen und Beobachtungen...
Auch nach der Niederlage bleibt Ibsens Volksfeind sich treu. Dabei versuchen alle, die ihm gerade noch eiskalt den Rücken gekehrt und ihn samt seiner Familie verstoßen haben, ihm eine Brücke nach der anderen zurück in die Kurortsgesellschaft zu bauen: sein Bruder, der Stadtrat Peter Stockmann, die einst befreundeten Journalisten vom «Volksblatt», Redakteur Hovstad...
Wenn ein israelischer Erfolgsautor ein Stück über Steinigung im Iran schreibt, ist man geneigt, es als Kriegspropaganda abzustempeln. Doch Joshua Sobol (*1939), der in Israel und auch Deutschland zu den meistgespielten israelischen Dramatikern gehört, widersetzt sich gerne Schubladen und Ideologien und thematisiert in seinen Stücken provokant auch israelische...
