Vorsicht, Ausbruch!

Himmel und Hölle der Vorstadt: Am Deutschen Theater Berlin taucht Jette Steckel in Richard Yates’ «Zeiten des Aufruhrs» ein, und Philipp Arnold inszeniert die Uraufführung von Ferdinand Schmalz’ «der tempelherr. ein erbauungsstück»

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Einst, in fordistischer Vorzeit, war die Vorstadt noch ein Versprechen. Jeder Angestellte konnte hier das Leben eines Chefs führen, mit Eigenheim und Carport, Tennisclub und Dinnerparty, mit Gattin auf Liegestuhl und Kindern vorm Fernsehapparat. Ein uniformer Konsumtraum, kollektiv geträumt und massenhaft verwirklicht, der spätestens dann zum Albtraum wurde, wenn Ehen in die Brüche gingen, Mütter Pillen schluckten, Kinder nicht der Norm entsprachen, Rechnungen nicht bezahlt werden konnten.

Richard Yates hat der dunklen Seite des American Dream der Nachkriegszeit mit dem Ehepaar Wheeler in seinem Roman «Revolutionary Road» (1961) ein Denkmal gesetzt.

1955 leben Frank und April mit ihren zwei Kindern zwar so, als wären sie wie alle, glauben aber noch, dass sie anders sein könnten. Schließlich war April mal auf der Schauspielschule und Frank als Soldat in Paris, wo das Leben bekanntlich ganz anders tickt als in der New Yorker Vorstadt, nämlich freier, geistreicher und mondäner. Als Frank als Angestellter einer Technologie-Firma in New York City vor lauter Langeweile eine Affäre mit seiner Sekretärin anfängt, schlägt April vor, nach Paris zu gehen: Sie könne sich dort ja irgendeine ...

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Theater heute April 2019
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Eva Behrendt

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