Madonna kann der Schlüssel sein
Zuerst ist immer die Kunst. Kritik ist sekundär. Weshalb sich Kritik in erster Linie an der Kunst schult und nicht umgekehrt. Und weshalb die Neigung der Kritik immer eine Frage der ersten großen Liebe und die Perspektive eines Kritikers unbedingt immer auch eine Generationenfrage ist. Anders kann es gar nicht sein. Man wächst mit einer bestimmten Ästhetik auf, fühlt sich damit vertraut, glaubt, sie intellektuell zu erfassen. Bei mir war das von Anfang an die Baumbauer- beziehungsweise Marthaler-Schule.
Ich hatte in Basel studiert, und da waren Anfang der neunziger Jahre unter der damaligen Baumbauer-Intendanz Leute wie Christoph Marthaler, Jossi Wieler, Frank Castorf, Matthias Lilienthal, Anna Viebrock, Stephanie Carp, die Schauspieler André Jung oder Josef Ostendorf noch ganz am Anfang. Das war meine Initiation. Theater als Lebensraum, natürlich auch als intellektueller Lifestyle und Herausforderung an den herrschenden Konventionsgeist. Was für Leute, die zwanzig oder dreißig Jahre älter sind als ich, einmal Peter Stein und seine Berliner Schaubühne waren, das war für mich der Start der Baumbauer-Schule. That was it. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass ich mich, als die ...
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Im Frankfurter Schauspielhaus ist Wanda Golonka als Hausregisseurin die Spezialistin für ungewöhnliche Raumkonzepte. Mit Vorliebe bespielt die französische Regisseurin und Choreografin auch die nicht-öffentlichen Bereiche des Theaters oder schafft in den gewohnten neue Räume. Auch für ihre neueste Produktion darf sich das Publikum nicht in die Sessel bequemen,...
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