Zuschauer: Schauspieler, Poltiker, Selbstdarsteller

Ein e-mail-Interview mit Jürgen Zöllner, Berlins Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung

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Michael Merschmeier Wir haben zusammen Jürgen Goschs Inszenierung von Tschechows «Onkel Wanja» im Deutschen Theater gesehen. Ihr Vater war Arzt, Sie haben auch Medizin studiert. Ist die Figur des Doktor Astrow Ihrer Erfahrung nach eine Karikatur: ein Trinker, der kaum arbeitet, aber über zu viel Arbeit klagt?

Jürgen Zöllner Die Kombination Arzt und viel Arbeit ist für mich gut nachvollziehbar. Der Schritt zum Trinker, insbesondere wenn man den Beruf ernstnimmt und oft die eigene Hilflosigkeit sieht, ist sicher nicht so selten.

Eine Flucht – genau wie das Wahrnehmen einer Gelegenheit, nichts zu tun, dabei aber über zu viel Arbeit zu klagen. 

MM Und wie fanden Sie Jens Harzer als Astrow?

Zöllner Stimmig. Wunderbar.

MM Haben Ärzte eine besondere Anziehungskraft für Frauen? Astrow könnte sie ja alle haben ...

Zöllner Es ist nicht sein «Arztsein», sondern sein «Sosein».

MM Haben Politiker auch eine besondere Aura, die sie verführerisch macht?

Zöllner Einfluss und öffentliche Beachtung haben für manchen Menschen sicher eine Bedeutung. 

MM Könnten Sie das nicht ein bisschen genauer sagen? Bekamen Sie Liebesbriefe, oder wurden Sie in Mainz auf der Straße angesprochen?

Zöllner Dazu möchte ich ...

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Theater heute April 2008
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Michael Merschmeier

Vergriffen
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