Zwang zur Herrschaft
Dem V-Effekt war Lars von Trier schon immer zugeneigt. Der Dialektik und dem hintergründigen Moralisieren auch. Nach der vierten Folge seiner alptraumhaft-bizarren Krankenhaus-Fernsehserie «The Kingdom» (1994) erschien er im Smoking und mit Fliege auf dem Bildschirm und erklärte zuvorkommend: «Vielleicht sind Sie verunsichert durch das, was wir Ihnen gezeigt haben, aber Sie brauchen keine Angst zu haben. Wenn Sie Augen und Ohren immer offen halten, können wir Sie schon mit Theatertricks und ein paar Tropfen künstlichem Blut erschrecken.
Wenn Sie aber Ihr Gesicht von der Wirklichkeit abwenden, haben wir Sie gefangen. Hinter den geschlossenen Augen, da steckt das wahre Grauen.»
Die Höllen, die man selber schafft oder zulässt. Der Einbezug der Zuschauer. Die Frage, wer hinschaut und wer sich abwendet. Die Einfachheit der Mittel. Und der allwissende Kontrollblick auf das Gezeigte, das nie seine Fiktionalität verbirgt. Dazu nimmermüdes Arbeiten an der Ästhetik, Lust am Verlautbaren (Dogma 95) und ein ausgeprägt soziales Bewusstsein. Dass der 49-jährige dänische Filmemacher irgendwann zu Brecht gegriffen hat, leuchtet ein. Aus der Rachefantasie der Spelunken-Jenny in der ...
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Der Nobelpreis für Literatur für unseren größten und griesgrämigsten Dramatiker ist ein Grund zum Feiern. Es ist ein Triumph für die britische Theaterkultur, die in den letzten Jahren ein wenig aus der Mode gekommen schien», so begrüßte der «Guardian» Harold Pinters Auszeichnung.
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Die «American Beauty» der Vorstädte treibt seltsame Blüten, nicht erst seit Sam Mendes in diesem Biotop wilderte, um die Tragödie eines lächerlichen Mannes zu erzählen. Der Widerspruch zwischen äußerlicher Gediegenheit und innerer Verkommenheit hat Edward Albee schon vor 40 Jahren beschäftigt und interessiert ihn noch immer. Allein, ihn psychologisch dingfest zu...
