Von Brasilien nach Deutschland und zurück
Es lohnt sich, die Geschichte noch einmal ganz schnell und von vorn zu erzählen. Denn sie beginnt mit einem Motto, das sich die Kunst-Biennale in Sao Paulo für die Ausgabe des vorigen Jahres gab: «Terreiro livre», was frei übersetzt in etwa «Niemandsland» bedeutet und diesen Stadt-Raum akkurat beschreibt.
Das Goethe-Institut vor Ort, zentral zuständig für das deutsche Kulturprogramm in ganz Südamerika, lud die deutsche Dramatikerin Dea Loher ein, ein Stück in und womöglich auch über Sao Paulo zu schreiben, das am Hamburger Thalia Theater uraufgeführt und danach als Gastspiel nach Brasilien (und zur Eröffnung eben dieser Biennale) eingeladen werden sollte. «Das Leben auf der Praça Roosevelt», so heißt das Stück, reiste also zunächst als fremde Fantasie und im Kopf der Autorin von Brasilien nach Deutschland, dann, als fertige Inszenierung von Andreas Kriegenburg, wieder nach Sao Paulo zurück; und wurde in diesem Jahr auch zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Jetzt aber ist es endgültig dort angekommen, wo es entstand: auf der Praça Roosevelt in Sao Paulo und in einer Inszenierung des winzigen Theaterchens, das sich «Espaco Os Satyros» nennt und in fünf schwierigen Jahren ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«When the music’s over turn out the lights …»
The Doors
Am Ende liegt Tristan auf dem Parkettfußboden. Isolde hat sich auf das verstellbare Krankenbett geworfen, in dem Tristan zuvor siechend und singend den dritten Akt verbracht hat. Nein, die Liebenden haben nicht zur Vereinigung im Tod gefunden. Das Sterben ist mal wieder nicht gelungen. Die allgemeine...
Fritz hat Christine an die Wand gedrückt. Rums. Keuchend küsst er sie hysterisch ab, klebt sich an ihren Körper, der wie leblos alles über sich ergehen lässt. Wild wirft er ihre Arme nach oben über ihren Kopf, doch statt in rasende Verzückung zu verfallen, lässt sie ihre Arme teilnahmslos und schlaff einfach wieder an ihrem Körper nach unten sinken. Fast schon...
Es gibt Künstler, die für ein bisschen Medienaufmerksamkeit alles tun, zumal, wenn sie gerade ein neues Buch, einen neuen Film, eine neue CD oder auch nur irgendeine Meinung zu promoten haben. Stürmt der Künstler nicht von selbst nach vorn, hat er Agenten, Verlage und Produktionsheinis, die ihm Beine machen. Man kann das niemandem verübeln. Der Künstler braucht die...
