Heidelberg: Henriette Dushe «Lupus in fabula»
Letztes Jahr gewann das Stück den Autorenpreis des Heidelberger Stückemarktes, zur Eröffnung des diesjährigen Festivals gab es nun die Uraufführung. Henriette Dushe widmet sich in ihrem zweiten Theatertext dem Sterben und dem Warten dreier namenloser Schwestern auf den Tod des Vaters. Dushe benennt die drei Schwestern gemäß ihrem Platz in der Geschwisterreihe. Die Älteste kann man sich als Leidende mit Opferblick vorstellen, schließlich pflegte sie den Vater in den letzten Jahren, sie sagt aber auch so rustikale Sätze wie «Der Tod ist eine blöde Sau».
Die Mittlere hat gerade ein Kind bekommen und ist alleine deshalb besonders empfindsam, arbeitet sich aber auch daran ab, dass ihr in der Kindheit zu wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde. Der Jüngsten könnte das irgendwann hoffentlich abgeschlossene Sterben des Vaters den Vorteil verschaffen, dass sie endlich keine Geldprobleme mehr hat.
Alles in allem geht es in «Lupus in fabula» aber um ein ganz anderes Erbe. Die drei haben sich längere Zeit nicht mehr gesehen, und die Zusammenkunft am Sterbebett des Vaters sorgt nun dafür, dass sie in der Erinnerung an Kindheit und Jugend zueinander finden. Alles ist wieder da: die Ausflüge mit dem ...
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Theater heute Juni 2014
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Jürgen Berger
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