Liebesinvestitionen
Einmal sieht die Kamera der Psychologin Chris bei der Arbeit zu. Gerade hat sie der jungen erfolglosen Schriftstellerin (Jana Hampel) vor ihrer Nase sanft geraten, sich doch nicht selbst so unter Druck zu setzen, da bricht es aus der Patientin heraus: «Meine Eltern haben in mich investiert, die haben mir mein Studium finanziert, die erwarten doch, dass da was kommt! Die ganze Gesellschaft erwartet doch was von mir.
Das bin ja nicht nur ich, die ich mich lieben muss, es müssen mich ja auch die anderen lieben!»
Damit bringt die Patientin nicht nur ihr eigenes, sondern das Dilemma ihrer Generation auf den Punkt. Auch Tochter Kathi könnte Chris hier wiedererkennen: Kathi ist Schauspielerin, alleinerziehend und meistens arbeitslos, jagt voller Hoffnung von Casting zu Casting und will sich nicht von ihren romantischen Berufsträumen verabschieden. Doch Kathi gegenüber bleibt Chris nicht halb so gelassen wie in ihrer gut laufenden Praxis: Das prekäre Kind darf auch mit Ende zwanzig noch keine Verantwortung für sich selbst übernehmen, Mutter plant nicht nur ihren Umzug in die großzügige Wohnung unter der eigenen, sondern will Kathi, die sie für überfordert hält, am liebsten auch gleich noch ...
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Theater heute Januar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Eva Behrendt
2./Mittwoch
20.15 ARD: Das andere Kind Zweiteiliger Fernsehfilm von Stefan Dähnert nach Charlotte Link, mit Marie Bäumer, Hannelore Hoger, Clemens Schick u.a., Regie Urs Egger (2. Teil am 3., Donnerstag)
13./Sonntag
6.20 arte: Eugen Ruge: Eine Familiengeschichte wird zum Bestseller
Dokumentarfilm (2011) von Arpad Bondy
22.05 arte: Madame Bovary Spielfilm (1990) von...
Wenn es an diesem Abend tatsächlich um «Tilla» gegangen wäre, nämlich um die große Schauspielerin Tilla Durieux, dürfte man durchaus erbost sein. Sie gehörte zur Schauspieleravantgarde des 20. Jahrhunderts, hat in den 20er Jahren Piscators Experimentier-Volksbühne mitfinanziert und musste mit ihrem dritten Mann, dem jüdischen Kaufmann Ludwig Katzenellenbogen, 1933...
«Gutes Viertel» nennt Rebekka Kricheldorf das Ambiente, in dem die Klemmers leben: Patriarch Fabian und sein guter Sohn, der Arzt Ingo mit seiner Psychotherapeutenfreundin Solveig. «Schlechtes Viertel» kommt nur per Fernsehen ins Wohnzimmer. Und in Gestalt von Raul, dem bösen Sohn, der sich vor Jahren aus dem «Mumienviertel» verabschiedet hat, um seinen...
