Außen hui, innen pfui
Hübsch ist es und mit seiner pseudobarocken Fassade eine jener Schatullen, in der man Andenken aufbewahrt, um gelegentlich mit der Vergangenheit zu spielen. Dass es in diesem Gebäude um Theater gehen soll, glaubt man im ersten Moment nicht, und letzten Herbst war kurzzeitig auch tatsächlich Ruhe im Karton. Die damals amtierende Oberbürgermeisterin musste das Theater schließen lassen. Ein Gutachten hatte festgestellt, die Sicherheit der Beschäftigten könne nicht mehr gewährleistet werden. Es ging um Peinlichkeiten wie fehlende Toiletten und ungenügenden Brandschutz.
Vor allem aber ging es um ein Theater, das im Verlauf seiner Umbaugeschichte seit 1854 zu einem derart verschachtelten Irrgarten geworden ist, dass die Techniker heute große Kulissenteile nur noch unter artistischen Höchstleistungen bewegen können.
Die Zukunft verschieben
Bekannt ist das schon lange. Öffentlich gemacht hat es Heidelbergs neuer Intendant Peter Spuhler, der seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren so gar nicht dem Bild des typischen Heidelbergers entspricht. Spuhler ist agil bis zum Abwinken, dummerweise aber in einer Stadt gelandet, die die eigene Zukunft gerne verschiebt und sich damit ganz spezielle ...
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Es war einmal die Schweiz. Die Schweiz ist ein sehr kleines Land. Seine Medienherde grast zum größten Teil in Zürich, auf engstem Raume. Geheimtipps sprechen sich dort schnell herum, so schnell wie in olympischen Dörfern. So kam es, dass eine junge Frau in den wichtigen Wochenmagazinen beschrieben und gepriesen und zur prominenten Dramatikerin erklärt wurde,...
Im Sommer des Jahres 1994 saß ich an einem besonders heißen Tag auf einer Parkbank und schaute einem aufgebrachten Schwan dabei zu, wie er einen Mann quer über den Rasen jagte. Er gab dabei böse Laute von sich, und der Mann schlug Haken und flitzte, als nichts zu helfen schien, bei Rot über die Straße. Komischerweise blieb der Schwan stehen, drehte sich um und...
Im vergangenen Jahr feierte Athol Fugard, der international gespielte Altmeister des südafrikanischen Theaters, seinen 75. Geburtstag mit einem neuen Stück, «Booitjie & Oubaas» (etwa: Jungchen und Altbauer), in der Regie der erfahrenen Janice Honeyman und mit dem herausragenden Marius Weyers in der Rolle des siechen Alten. Das rührende, wenn auch nicht...
