«These gibt es erst mal keine»
Wolfgang Kralicek Herr Schmidtke, Sie haben bisher hauptsächlich für Festivals gearbeitet, unter anderem waren Sie unter Schauspieldirektorin Marie Zimmermann Dramaturg bei den Wiener Festwochen, Neugründer des Festivals Theaterformen in Hannover und Braunschweig und Programmleiter der Kulturhauptstadt Tallinn 2011. Zuletzt aber waren Sie am Staatstheater tätig, als leitender Dramaturg in Düsseldorf.
Waren Ihre Erfahrungen dort so schlimm, dass Sie nun wieder in den Festivalbetrieb geflüchtet sind?
Stefan Schmidtke Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Es gibt funktionierende Strukturen, in denen man gut arbeiten kann. Und es gibt Strukturen, wo man feststellt, dass sie nicht funktionieren. Im Rückblick war meine wichtigste Aufgabe am Düsseldorfer Schauspielhaus letztlich, herauszufinden, warum es nicht funktioniert.
WK Haben Sie es herausgefunden?
Schmidtke Wenn man an einen Apparat künstlerische Ansprüche stellt – keine überzogenen, sondern ganz normale –, und dieser Apparat dann auseinanderbricht, merkt man, dass da etwas grundsätzlich nicht stimmt. Die Folgen sind bekannt.
WK In Düsseldorf scheint es das Theater überhaupt schwer zu haben. Was ist Ihre Erklärung ...
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Theater heute Juni 2015
Rubrik: Festivals, Seite 44
von Wolfgang Kralicek
An irgendeinem Tag im Jahr 1983 findet der Schauspieler Michael Degen nach einer Vorstellung in der Garderobe des Theaters im liechtensteinischen Vaduz einen Zettel ohne Unterschrift. Man erwarte ihn im Foyer. In einer dunklen Ecke entdeckt er dort eine Gestalt und erkennt in ihr Oskar Werner, «den ich als mein Vorbild bezeichnet hätte – wäre ich unbescheidener...
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Pläne der Redaktion
Wie funktioniert ein Apparat, der regelmäßig Kunst und Öffentlichkeit zur Verfügung stellt?
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