Mädchen und Männchen
Käthchen, Mädchen!» – Was ist los? Alle wollen dich. Das krudeste Machwerk Kleists, mit schielendem Blick auf die Modetrends seiner Zeit zusammengezimmert aus Versatzstücken diverser Genres – es ist sein erfolgreichstes Stück geworden. Die strukturelle Offenheit, das Bastelwerk, bei dem man die Klebestellen noch sieht, ist ein ideales Objekt der Begierde für den einheitsstiftenden Zugriff eines Regisseurs.
Stefan Bachmann, der gerne zu den großen Stoffen greift, hat gelernt, mit der großen ehemaligen Kabellagerhalle, der Ausweichspielstätte des Kölner Schauspiels, umzugehen.
Olaf Altmann hat ihm eine riesige, mattglänzende Quarterpipe gebaut, eine gebogene Sprungschanze, die die Halle in voller Breite füllt und bis auf die Höhe der ansteigenden Zuschauerreihen ragt. Damit werden die akustischen Tücken des Provisoriums ausgeglichen, und ein Bedeutungsraum für Aufstiege und Abstürze entsteht. Man spielt hier tatsächlich «an des Wahnsinns grausem Hang», an dem Graf Wetter vom Strahl sich umherschwanken sieht.
Abwehrwaffe Ironie
Über diese optische Einheit eines vieldeutigen Symbolmonstrums kommt die Inszenierung jedoch kaum hinaus. Alle Klippen des zerklüfteten Textgebirges werden klug ...
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Theater heute Dezember 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Gerhard Preußer
An der Bar gibt es die «Marathontüte»: Wenigstens physisch soll man mit Brezel, Corny-Riegel und Softdrink frugal, aber heil durch den Abend kommen. Es darf geknistert werden. Der Zuschauerraum ist bei der zweiten Stuttgarter Aufführung schon zu Beginn nicht mal zu zwei Dritteln gefüllt. Seit der Recklinghauser Premiere im Mai bei den Ruhrfestspielen muss es sich...
Es tut mir so leid! Ich bin schon wieder zu spät.» Mit fast kindlicher Unbeholfenheit sinkt Damian Rebgetz aufs Sofa der «Wohnzimmer»-Bar im Prenzlauer Berg, fünf Minuten nach dem vereinbarten Termin. Unwillkürlich beginnt man zu lächeln, völlig entwaffnet vom plötzlichen Anstieg der sozialen Temperatur. Damian Rebgetz kann jeden Auftritt in einen großen...
Die Männer könnten aus dem Krieg heimkehren, stattdessen legen sie einen Zwischenstopp ein. Prinz Pedro und seine Begleiter sind zu Gast beim Gouverneur von Messina, wo es nach einem Maskenball um nicht weniger als Liebe, Intrige und Verwirrung geht. Der Prinz wirbt für seinen Vertrauten Claudio um die Hand der Gouverneurstochter. Alles funktionierte wie...
