Stuttgart: Hymne zum Schluss
Die Welt ist nicht untergegangen, neulich, als es eigentlich soweit hätte sein sollen. Etwas verspätet kann deshalb nun der bibelfeste Regisseur Ulrich Rasche in Stuttgart zeigen, wie die Apokalypse nach christlicher Lesart aussieht. Wo die Mayas nur ein Datum hinterlassen haben, aus dem ein schwäbischer Hollywoodregisseur immerhin mal ein ganzes Weltende in katastrophische Bilder goss, stützt sich Rasche auf die Offenbarung des Johannes.
Die große Endzeitvision des Neuen Testaments beschreibt die Bestrafung der Falschgläubigen, aber auch das Martyrium der gottgefälligen Menschen bis zur Erlösung und dem finalen Sieg über das Böse.
Bei Johannes ist die Apokalypse dementsprechend eine blutige Angelegenheit, bei Rasche wirkt sie gelegentlich etwas blutleer. Das liegt vermutlich daran, dass der Abend über weite Strecken monologisch daherkommt. Drei Schauspieler, wahlweise in Büßergewand oder Anzug, tragen Sequenzen aus dem Bibeltext vor, die mit Zitaten aus amerikanischen Politiktexten der Jetztzeit verschnitten sind. Al Gores Vision von den Folgen der globalen Umweltzerstörung erklingt so Seite an Seite mit George W. Bushs «Rede zur Lage der Nation» vom Januar 2002, jener ...
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Theater heute April 2013
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Kristin Becker
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Rittberger nennt «Kimberlit» «ein...
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Und plötzlich ist da eine, die leuchtet. Ein Stern. Kein Star, aber ein Stern. Ein Star hat diese Aura einer irgendwie absonderlichen Besonderheit, einen Tick, einen Spleen, eine Masche, die ihn sofort wiedererkennbar macht, ein Markenzeichen oder auch nur eine Marketing-Strategie. Ein Stern ist lauter. Nicht lauter im Sinn von mehr als laut, obwohl auch er sich...
