Hinter den Kulissen
Welches Bild soll es sein? Welche optisch-szenischen Übersetzungen will das Theater finden für die Texte, von und mit denen es lebt? Gestaltet es die Welten für die Bühne bloß routiniert – oder setzt es auf Behauptungen, die den Inszenierungen Orientierung geben? Wann und wo beginnt die Handschrift der Bühne; für jeden Bühnenbildner, jede Bühnenbildnerin – und für das Theater selbst?
Tschechows Fabeln vom ungelebten Leben in der russischen Provinz müssen nicht, sie dürfen jedes Mal von vorn erfunden werden.
Christian Kiehl hat für Sebastian Schugs «Drei Schwestern» eine Art geschlossene Gesellschaft entworfen; marod-kahle Wände dichten die Bühne schon kurz hinter dem Portal nach hinten ab, Auf- und Abtritte werden vorzugsweise über eine kleine Treppe nach vorne aus dem Bild heraus erledigt. Und in diesem in sich gefangenen Ort entwickelt das Ensemble das Spiel sehr kollektiv und fast ganz aus sich selbst, fast ohne Requisiten und bei Saal-Licht; dass die jüngste der Schwestern, Irina, den Abend singend eröffnet, als leicht angepunkter Rockstar, muss im Übrigen als Authentifizierung fürs Hier und Heute genügen. Die Weggeschlossenheit dieses Lebens ohne Ausweg und Perspektive wirkt ...
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Theater heute Februar 2012
Rubrik: Chronik Kassel, Seite 50
von Michael Laages
Mindestens einen Rekord hat Matthias Hartmann mit seinem russischen Mammut-Unterfangen zweifelsfrei gebrochen: Die Tolstoi-Roman-Adaption «Krieg und Frieden» dürfte als Preview-reichste Produktion in die Theater-Annalen eingehen.
Seit April 2010 hatten nicht nur jede Menge Wiener und St. Petersburgerinnen, sondern – wie «Spiegel online» letzten November berichtete...
Du bist gestorben, aber als Energie bist du da, als geistige Kraft, und die Erinnerungen an dich sind in meinem Kopf gespeichert, Bilder, dein Lachen, deine Neugier, deine Direktheit, aber auch deine ablehnende Scheu, wenn Grenzen, die du gesetzt hattest, verletzt wurden; dein Interesse, das du für mich hattest, die Wahltochter, wie du mich bisweilen nanntest; vor...
ULRICH KHUON
versteht sein Publikum und bietet für jeden solide Qualität. Mit seiner vertrauenswürdigen, bedenkensstarken Art könnte er das Präsidentenamt wieder in der Mitte der Gesellschaft verankern. Seine ruhige, ausgewogene Rhetorik ist prädestiniert für Weihnachtsansprachen
ANGELA WINKLER
spielt immer mit innigster Glaubwürdigkeit und hat sich auch in...
