Gespenster der Vergangenheit

Ein Gespräch mit der Dramatikerin Tena Stivicic über «Drei Winter»

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Patricia Benecke In Ihrem Stück «Drei Winter» ist Tochter Alicia, wie Sie 2003, von Zagreb nach London gezogen. Wie ist das Immigrantenleben in London? Haben Sie nach inzwischen 13 Jahren das Gefühl, ganz ange­kommen zu sein?
Tena Stivicic Das Außenseiter-Gefühl wird wohl nie ganz verschwinden. Daran bin ich zum Teil selber schuld (lacht), aber die britische Gesellschaft ist auch relativ geschlossen, ich glaube, ein Ausländer wird hier nie hundertprozentig akzeptiert und aufgenommen.

Verglichen mit London ist Zagreb mit etwa einer Million Einwohnern ja ein Dorf, auch wenn es die Hauptstadt ist. Als ich dort studiert habe, haben sich berufliche Kontakte fast automatisch ergeben. Dagegen gab es nach meinem Studium in London keine einzige Tür, an die man klopfen konnte, niemand, den man anrufen konnte, kein Netzwerk. Es hat sich lange so angefühlt, als wäre es unmöglich, hier auch nur in der Peripherie der Theaterszene wahrgenommen zu werden. Das hat sich zum Glück geändert. 

PB Und wie ist das passiert?

Stivicic In ganz kleinen Schritten. Ich habe immer stur dran geglaubt, dass ich hier eine Chance bekommen würde, ich wusste nicht wie und hatte keinerlei Karriereplan, ich hab einfach ...

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Theater heute August/September 2016
Rubrik: Akteure, Seite 56
von Patricia Benecke

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