Der Gebrauch des Menschen
Für die einen ist Krieg ein Job, mit dem sich ein Bruchteil des Geldes, das man nie erben wird, verdienen lässt. Für die anderen ist er ein Skandal, eine ethische Katastrophe, ein Verbrechen an der Menschlichkeit, in der Praxis ausgeübt von Leuten, die mehr oder weniger von Natur aus Dumpfbacken oder Sadisten sind. Oder, wie es der Waffenverschärfer Paul aus Simon Stephens «Motortown» (vgl. Stückabdruck Th 1/07) in vollendetem Selbsthass formuliert: «Sie sind dumm. Sie sind kurzsichtig. Sie sind gewalttätig. Sie sind die meiste Zeit betrunken. Die hören Scheißmusik.
Sie tragen Scheißklamotten. Sie erzählen Scheißwitze. Die meisten sind Rassisten, und das ganze Pack ist homophob. (…) Sie täten besser daran, in ihren Löchern zu bleiben und sich gegenseitig zu ficken. Und sich gegenseitig umzubringen.» Ein selffulfilling prophecy, wenigstens teilweise.
Gebrauchsanweisung aus Basra
Noch in derselben Szene tötet der aus dem Irakkrieg heimgekehrte Soldat Danny Pauls frühreife Geliebte, die 14-jährige Schulabbrecherin Jade. Bevor er dem schwarzen Mädchen vier Kugeln in die Brust jagt, hat er ihr die Art von blöden Fragen gestellt, mit denen ältere Brüder ihre kleinen Schwestern ärgern. ...
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Franz Wille Zahlen zuerst. Die Qualität einer Theatertreffen-Jury wird ja von manchen Leuten daran gemessen, wie viele Inszenierungen sie gesehen hat. Wie viele Abende haben Sie denn im letzten Jahr im Theater verbracht?
Jürgen Berger Ich bin auf nahezu 120 Abende gekommen. Da es bei mir nicht genau zwölf Monate waren, sondern nur zehn, hat es Wochen gegeben, in...
Franz Wille Herr Hübner, Sie haben es mit Ihrem Stück «Ehrensache» bis vors Bundesverfassungsgericht gebracht. Was ist das für ein Gefühl?
Lutz Hübner Daran muss ich mich erst noch gewöhnen. Dass es eine solche Lawine wird, war ja vor zwei Jahren, als es losging, noch nicht abzusehen. Ich brauchte auch Zeit, um zu verstehen, dass es überhaupt ein Fall für die Justiz...
Still war es um ihn geworden in den 90ern, als hätten das Ende der Ära Strauß und die Wiedervereinigung seine Interventionen überflüssig gemacht. Und damit ihn, den Filmemacher, Dramatiker, Lyriker, Romanautor, Maler, Bildhauer, Theaterregisseur, Grantler und Provokateur: Herbert Achternbusch, Universalkünstler, Anarchogenie, Poète maudit. Doch nun scheint sich...
