Augen auf!
Hundert Millionen Euro, immerhin ein Drittel des hauptstädtischen Kulturbudgets, wandert in Berlin in die drei staatseigenen Opernhäuser. Davon wird ein beträchtlicher Batzen vergeudet für ewige Toscas sowie diverse Dirigenten-, Regisseurs-, Intendanten-Eitelkeiten. Denn ein jeder macht am liebsten Oper für sich, anstatt in konzertierter Aktion Oper für die Stadt. Das führt zu skandalösem Leerstand: Unterm Strich nämlich bleibt eins der drei Häuser ohne Publikum.
Prekäre Lage!
Die dafür Verantwortlichen sollten schleunigst einen Blick riskieren auf Berlins vierten Musiktheaterbetrieb: die Neuköllner Oper. Seriöse Kritiker-Kollegen meinen, dieses überrumpelnd gewitzte, dennoch mit heiligem Ernst die Gegenwart beim Schopfe packende Hinterhofetablissement liefere die gefühlte Hälfte der Gesamtkreativität des Hauptstadt-Musiktheaters.
Eigentlich eine Sensation, dass jeder, der Berlins Opernbetrieb kennt, das kommunikative Neuköllner Autonomenhaus auf Augenhöhe beurteilt mit dem pompösen Rest. Woran das liegt? An einer eher selten auffindbaren Art Autoren- und Uraufführungstheater, das so uneitel wie ungeniert «U» und «E» in eins bringt. Und: Weil mit Bodenhaftung und Schmiss ganz ...
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Wir haben in diesen Tagen am Thalia Theater einen Test auf all diese Mutmaßungen, die das Theater irgendwo zwischen Kunst, Quote und Elite verankern, durchgeführt und im Rahmen unseres Festivals «Um alles in der Welt – Lessingtage 2010» gefragt: «Was ist Kultur uns wert?» Die Idee: Jeder zahlt, so viel er will, zwischen null Euro und ad libitum. Der Arme, der...
Für einen war die bisherige Spielzeit schon mal ergiebig: Bertolt Brecht. Sein Lehrstück in Sachen Spekulation und Menschenliebe, die «Heilige Johanna der Schlachthöfe», avancierte zum Krisengewinnler der schon nicht mehr ganz frischen Saison – und steht diesen Monat wieder in der Regie von Frank Abt auf dem Spielplan des Jungen Theaters in Göttingen. Das Hamburger...
Irgendwann läuft er dann immer wieder ins Bild. Vor Jahren war der Mann sehr nachhaltig aufgefallen: als grandioser Bühnen-Klon des Komikers Helge Schneider in dessen Bochumer Schauspielhaus-Arbeit. Neulich war der Mann zwar zunächst wieder Clown, als schriller Moskauer Fremdenführer und manches mehr in Burghart Klaußners Beatles-Revue «Marigold», dann aber gar...
