Der Regisseur kommt nicht mehr
Eine der schönsten, kindlichsten, aber natürlich auch alleraltmodischsten Verabredungen im Theater ist, dass das Publikum das, was auf der Bühne erscheint, für die Dauer des Spiels als «wahr» betrachtet. Marius von Mayenburg, Hausautor, Dramaturg und mittlerweile auch Regisseur an der Berliner Schaubühne, hat eine surreale Komödie geschrieben, in der diese Verabredung von Szene zu Szene neu getroffen und mit voller Absicht bis zum äußersten strapaziert wird.
Aus den Urlaubsheimkehrern Robert und Eva werden – Tür auf, Tür zu – der fünfjährige Sohn und das Au-pair-Mädchen des befreundeten Paares Judith und Sebastian, die sich – Tür auf, Tür zu – in eine nazisympathisierende Ski-Apartment-Vermieterin und einen Cocktail schlürfenden Elch verwandeln. Und das ist nur ein Bruchteil der Rollen und Situationen, durch die der Autor und Regisseur Mayenburg sein Quartett jagt.
Und siehe: Es funktioniert. Zumindest dem Prinzip der frechen Behauptungen, die das Publikum dem Stücktitel gemäß «Perplex» machen sollen, folgt man durchaus bereitwillig. Nina Wetzels modernistisches Sitcom-Bühnenbild – Ledercouch vor verhangener Fensterfront, hinter der sich drei verschiedene Aussichten verbergen – ...
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Theater heute Januar 2011
Rubrik: Chronik, Seite 47
von Eva Behrendt
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Franz WilleHerr Lammert, Sie haben die «Faust»-Verleihung in Essen nach einer guten Stunde verlassen und mit einem wütenden offenen Brief quittiert. Darin ist die Rede von einem «beliebigen Fernseh-Unterhaltungsformat» und «fernsehgerechten Häppchen». Was hat sie da am meisten aufgeregt?
Norbert LammertDass ausgerechnet der Deutsche Bühnenverein einmal mehr...
Über das Portal meines Theaters», sagte Tankred Dorst vor gut zehn Jahren, «würde ich schreiben: Wir sind nicht die Ärzte, wir sind der Schmerz.» Was ist es, das einen Menschen zum Schreiben bringt? Und wichtiger noch, dafür sorgt, dass er damit nicht aufhört? Über vierzig, fünfzig, sechzig Jahre seines Lebens? Wahrscheinlich ist keine Antwort auf diese Frage...
