Jenseits von Gut und Schön
Der Titel lässt an süddeutsche Provinz denken, Fachwerkidylle und Kleinstadtenge. Doch damit liegt man natürlich völlig daneben, wie mit so vielen Erwartungshaltungen an diesem in mancherlei Hinsicht überraschenden Abend. Zunächst einmal ist es schon erstaunlich, dass der belgische Tanztheatermacher Alain Platel, bestens vernetzt mit einschlägigen Produktionshäusern und Festivals, die Uraufführung seiner neuesten Kreation auf einer deutschen Stadttheaterbühne herausbringt.
Und wäre Johan Simons, Noch-Intendant der Münchner Kammerspiele und designierter Heimkehrer ans NT Gent, nicht seit Langem mit dem in Gent geborenen und nach wie vor dort arbeitenden Platel befreundet und hätte Simons’ Ehefrau, die wunderbare niederländische Schauspielerin Elsie de Brauw, nicht den Wunsch geäußert, einmal zusammen mit Platel und den Tänzern seiner Kompagnie Les ballets C de la B eine Inszenierung zu erarbeiten, wäre es wahrscheinlich auch nie dazu gekommen.
Nun steht sie da, Elsie de Brauw, schmal und aufrecht, mitten in einem Meer aus bunten Klamotten, das die ganze Bühne bedeckt, und schimpft Unverständliches in ein Mikrofon in einem kehligen Kauderwelsch, das manchmal an Portugiesisch ...
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Theater heute März 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 12
von Silvia Stammen
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