Buster Keaton mit Brille
Die Berliner Tageszeitung «Germania» veröffentlicht am 9. August 1930 einen Aufsatz der jungen Dramatikerin Marieluise Fleißer. Die durch Skandale um die Uraufführungen ihrer Stücke «Fegefeuer in Ingolstadt»( 1926) und «Pioniere in Ingolstadt» (1928) bekannt gewordene Dramatikerin porträtiert zwei Jahre nach der Einführung des Tonfilms auf ungemein anrührende Weise den Stummfilmstar Buster Keaton: «Buster befindet sich unter Feinden und soll es sich nicht anmerken lassen.
Erstens ist der Mensch ein Weichtier, und zweitens ist nötig, dass er etwas tut, wenn er nicht krepieren will. Und Buster tut! Er gewöhnt sich dran, dass sie es auf ihn abgesehen haben, das ist seine Chance. Buster hat Training. Er denkt an sich nur mehr wie einen geölten Blitz. Buster ist der Mann, der nicht mehr sterben kann. Er stirbt jeden Moment ein bisschen, unauffällig.»
Ein Dreivierteljahrhundert später schreibt der Berliner Autor Fritz Kater «Tanzen! Eine Industrial soap opera». Ihr männlicher Protagonist heißt Bernie, Kater beschreibt ihn lakonisch als einen «buster keaton mit brille». Bernie ist nach eigenen Angaben Supervisor in einer «bio-tech-firma» und die rechte Hand vom Chef. Und: Bernie lacht ...
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