Revolution bis zum Stillstand
Drei europäische Germanisten und eine Germanistin machen sich auf die Suche nach dem vom Zweiten Weltkrieg gegerbten deutschen Schriftsteller Benno von Archimboldi alias Hans Reiter (ein Geistesverwandter Curzio Malapartes), verlieben sich dabei in wechselnden Konstellationen und landen nach etlichen Reisen in Mexiko. Dort, in der wuchernden Wüstenstadt Santa Teresa alias Juarez Ciudad an der Grenze zu den USA, lebt ein weiterer Archimboldi-Kenner, Amalfitano, der philosophisch-künstlerische Experimente mit Büchern an Wäscheleinen veranstaltet.
Ebenfalls unterwegs in Santa Teresa ist der Boxsport-Reporter Oscar Fate aus Harlem, der sich einer ganz anderen Geschichte an die Fersen heftet, nämlich den real dokumentierten Morden an über 400 Frauen, zumeist Wanderarbeiterinnen, vor deren Aufklärung Justiz und Polizei kapitulieren.
Gigantischer Flickenteppich
Auch wenn sich «2666», das über tausendseitige Opus magnum des 2003 kurz vor seiner Vollendung gestorbenen Chilenen Roberto Bolaño, in fünf Bücher gliedert, besteht es doch aus unzähligen großen und kleinen, mehr oder weniger miteinander verknüpften Erzählungen. Zusammen fügen sie sich zu einem gigantischen Flickenteppich, der ...
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Theater heute Juni 2014
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Eva Behrendt
In Halle gab es zu DDR-Zeiten das Theater Junge Garde, das nach 1990 zum Thalia Theater wurde und im Zuge der Sparmaßnahmen zur Kinder- und Jugendsparte des Neuen Theaters wurde. Am Theater Junge Garde begann als junger Absolvent auch Axel Gärtner und spielte seitdem 200 Rollen in über 5.000 Vorstellungen. Doch heute, in der neuesten Produktion von Intendant...
Die Tatsache, dass sich in arabischen Kriegsregionen Leute auch mal entspannt zum Fernsehen treffen, gehört nicht unbedingt zum Vorstellungsrepertoire westlicher Zeitungsleser. Es gehört ganz und gar nicht zum Bild, dass man sich gegenwärtig von Syrien macht – jener Region, die seit Anfang 2011 mit einem besonders brutalen Bürgerkrieg gepeinigt ist, deren Opfer...
Tarkowskis zweiter Film «Andrej Rubljow» wurde in den 60er Jahren in zäher Auseinandersetzung mit der sowjetischen Kulturbürokratie gedreht. Der Künstler und sein Verhältnis zur Zeit, in der er lebt, der Künstler, seine Aufgabe und seine Krisen – das sind Tarkowskis Themen, die er an Rubljow abhandelt, dem berühmtesten russischen Ikonenmaler im 15. Jahrhundert, der...
