Die Entzauberung der Avantgarde

Überholen ohne anzu­kommen: Eindrücke von Heiner Goebbels’ Ruhrtriennale 2013

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Vor das Entree der Bochumer Jahrhunderthalle schiebt sich wie ein Keil ein zehn Meter hoher schmaler, lichtweißer Treppenbau, der gleich von den Besuchern bunt besetzt wird. Die von Mischa Kuball entworfene Frei- und Showtreppe sorgt gewissermaßen für eine Umkehrung der Verhältnisse.

Nicht Stars und Künstler absolvieren auf dieser «Agora Arena» ihren Auftritt, sondern das Publikum nimmt auf der steilen Rampe den Beobachterposten ein, ganz gemäß dem Willen von Ruhrtriennale-Intendant Heiner Goebbels nach einer demokratischen, vorurteils- und voraussetzungsfreien Betrachtung der Aufführungen. Und mehr als das: Man wird animiert, Akteur oder wenigstens sein eigener Imaginations-Produzent zu sein. Dabeisein auf Augenhöhe.

Das NRW-Festival feiert sich unter seinem vierten Intendanten in dessen zweiter Saison als fröhliche Kulturwissenschaft. Nicht ohne parallel den Arbeits- und Werkcharakter zu betonen und sich auf das Malochertum im Revier zu beziehen. Das 20-köpfige Kölner Ensemble «musikFabrik» in der von Goebbels selbst eingerichteten, in Europa erstmals gezeigten Produktion von Harry Partchs ritualartiger Komposition «Delusion of the Fury» von 1966 trägt Arbeitskluft und Helme mit ...

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Theater heute November 2013
Rubrik: Festival, Seite 30
von Andreas Wilink

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