Anke Zillich (Erinnye) und Werner Wölbern (Apollon); Foto: Birgit Hupfeld
Bochum: Prinzip Bewusstmachen
Aufgereiht zu siebt in dunklen Kleidern, als hielten sie Totenwache, sitzen sie auf einem langen hölzernen Querbalken. Harren guter Nachricht, aber was mit Macht kommt, ist Schrecken. Sie sind der Chor, dem man nicht allein rückwärtiges Wissen zutraut, sondern auch den Blick in die Zukunft. Aus der Gruppe sondert sich das Atriden-Personal ab (durch nichts gekennzeichnet als eine goldene Halskette oder einen schweren Mantel).
Sie erzählen die hier wie mündlich überliefert klingende mythische Vorgeschichte vom «notwendigen» Opfer Iphigenies, das erst den siegreichen Kampf der Griechen um Troja ermöglicht hatte. Das Schlachten des Tochter-Kindes durch den Vater aber war nicht erst Ursprung der Untaten und des Leids.
Agamemnon (Werner Wölbern) kehrt heim. Mit kaum gebändigter Kraft und doch mit gewinnend verbindlicher Geste wirbt er um die Gunst der Gattin und seines Argos: der Krieger als Politiker. Klytämnestra (Anke Zillich) trägt die Maske einladender Hausherrinnen-Art. Das Paar hält auf Abstand, kaum, dass aus dem Nebeneinander ein Miteinander wird. Nur mit einem langen Kuss stempelt Agamemnon seine trojanische Beute Kassandra und dokumentiert Besitzrecht – gegenüber beiden ...
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Theater heute Januar 2018
Rubrik: Chronik, Seite 62
von Andreas Wilink
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