Der digitale Zauberlehrling
Mit dem Spruch hat er sich Feinde gemacht. Als Kay Voges bei der Konferenz «Theater und Netz» vom «24-Stunden-Job» Kunst und den erforderlichen «100 Prozent Leidenschaft» für Theater sprach, stellt er sich außerhalb eines Diskurses, in dem es momentan um die Abschaffung von Hierarchien, Allmacht und Aufopferungsbereitschaft geht – und die Verwirklichung von mehr Familien-, Frauen- und Sozialverträglichkeit. Für Voges ist das kein Widerspruch: «Wer meint, den Schauspielerberuf ablegen zu können, wenn er das Theater verlässt, hat ihn nicht verstanden.
Ich glaube an Kunst im Sinne von Heiner Müller: Alles ist Material. Meine Träume, die Tagesschau, die Gespräche mit den Kindern oder in der Kneipe.»
Deshalb interessiert ihn auch die Debatte um Diversität im Ensemble nicht, Voges geht es mehr um Künstlerpersönlichkeiten als um Quoten der Hautfarbe, Geschlechts- oder Religionszugehörigkeit: «Wir führen sehr ausführliche Gespräche mit den Leuten, die zu uns kommen: Wer sind sie, was treibt sie um, wie bereichern sie uns?» Er glaubt nicht, dass ein Stadttheaterensemble die Gesellschaft repräsentieren muss, sondern sucht nach Leuten mit besonderen Begabungen, um im Kollektiv zu arbeiten, ...
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Theater heute Juli 2018
Rubrik: Akteure, Seite 34
von Dorothea Marcus
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