Zankapfel Gütezeichen
In Meiningen rollen Köpfe. Zwar derzeit nur auf der Bühne, aber es ist kein Geheimnis, dass manche Besucher im Parkett – wenn sie überhaupt noch kommen – auch gerne in der Intendanz so aufräumen würden, wie es Jarg Pataki in seiner Inszenierung von Büchners «Dantons Tod» radikal und unerbittlich vorführt: Kein Haupt bleibt da mehr auf dem Leib, die Macht wird neu verteilt, die Hoffnungsträger sind abgesetzt, die alten Verhältnisse kehren wieder. Und das ist genau das, was man sich hier wünscht.
Auch wenn Büchner bei der Arbeit an seinem Stück den Ausspruch «Es muss ja Ärgernis kommen, aber wehe dem, durch den es kommt» schlichtweg «schauderhaft» fand – er trifft das Klima in der kleinen südthüringischen «Theaterstadt».
Dieses «muss» war für den 21-jährigen Dichter eines jener «Verdammungsworte, womit der Mensch getauft worden». Aber in Meiningen hatte man nichts anderes erwartet, als Res Bosshart vor drei Jahren als Intendant aus dem fernen, chaotischen, nördlichen (und westlichen!) Hamburg von Kampnagel in den beschaulichen, etwas verschlafenen Süden (und Osten!) des Landes kam: Es konnte ganz einfach nicht gut gehen mit ihm, waren sich die alteingesessenen Abonnenten einig, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Carl Zuckmayers «Geheimreport» hat spät, aber nicht zu spät bewirkt, auch die Rolle der Schriftsteller, Maler, Musiker und Schauspieler im «Dritten Reich» kritischer zu würdigen und anders als bisher zu bewerten. Ob die Künstler freiwillig anpassungsbereit oder nur unter Druck zu Zugeständnissen bereit gewesen sind, ändert nichts an der Tatsache, dass sie sich auf...
Warum ist Sarah Kanes Werk auf dem Kontinent so populär?», wunderte sich kürzlich der Theaterkritiker Michael Billington im britischen «Guardian». Frisch zurückgekehrt von einem Sarah-Kane-Symposium an «Berlins leading theatre, the Schaubühne», berichtete der erstaunte Engländer von einem wahren Feuerwerk der Wertschätzung, das der Autorin am Lehniner Platz zuteil...
Er ist wieder da» – das war nicht nur ein Schlager von «Marion», sondern auch der Werbespruch für Walter Moers’ Comic-Satire «Adolf, die Nazisau». Unter dem Satz war eine Moers-Zeichnung des gealterten Hitler zu sehen, der in einer Sprechblase erklärte «Öch bin wieder da». Die lustige Groteske, in deren Verlauf Hitler Michael Jackson und Prince kennen lernt, Sex...
