Das Verschwinden
Man kann viel mehr sehen, wenn man nur genau hinsieht», schreibt David Gieselmann in seiner Komödie «Falscher Hase». Was könnte dem flüchtigen Blick beim zu schnellen Hinschauen denn entgehen? In «Container Paris» zeigt sich auch bei ganz genauer Betrachtung nur eins: das Nichts.
Im Zentrum des neuen Stückes von David Gieselmann steht ein Container. Genauer gesagt, ein verschwundener Container.
Und so beginnt alles mit einem Spezialauftrag: Hans Peter Grothe, unscheinbarer Angestellter eines Logistik-Unternehmens, bekommt von seinem Vorgesetzten beim privaten Abendessen die Order, nach Paris zu reisen, um dort besagtes Objekt zu finden. Wo er die wertvolle Fracht auftreiben könnte, ist Grothe allerdings ebenso unklar wie die Frage, warum er sie suchen soll und was sie beinhaltet. Statt den mysteriösen Container zu finden, trifft er in Paris das ziemlich durchgeknallte Supermodel Lynn, das wegen permanenten Jetlags unter akuten Schlafstörungen leidet. Da die dringend benötigten Narkosemittel gerade ausgegangen sind, überredet sie Grothe, ihr die rezeptpflichtigen Tabletten auf illegale Weise zu besorgen. Seltsamerweise scheint die Apothekerin Grothe bereits erwartet zu ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 177
von Claudia Lowin
(Wäre es nicht schön, wenn Theatermachen nicht bedeutete, dass in Reihe drei jemand sitzt, der im narzisstischen Rausch abgerichtete Menschen anschreit und von A nach B schiebt und das auch noch beim sogenannten «Inszenieren» (hahahaaaa) eines heruntergekommenen und schon an Ort und Stelle fragwürdigen Stückes, das nicht der Gegenwart, sondern größtenteils nach...
Ich glaube nicht mehr an das Theater. Jedenfalls nicht in der Form, bei der sich eitle Nostalgiker an ihre sinkenden Theatermuseums-Schiffe klammern und laut schreien, weil keiner die Reparatur bezahlt. Da sitzen sie, die alten Männer aus der alten Zeit, und pinseln noch mal neue Farbe auf die Bretter, die sie eigentlich hätten erneuern müssen. Sie haben ihre...
Aus der Theatervorstellung, die ich gestern besucht habe, bin ich aufs Seltsamste erfüllt von einem durch die Bewegungen und Nichtbewegungen, dem Sprechen und Nichtsprechen der Schauspieler in mich hineingepumpten Raumgefühl wieder hinausgewankt, so dass ich eben zum Beispiel erst gestern, nachdem ich einige Stunden mit diesem völlig neuen Raum- und Klanggefühl...
