Autonomie und Aktivismus

Wenn Medien zur Bühne werden – über das schwierige Verhältnis von Kunst und Politik im Kunstaktivismus

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Aktionen wie «Die Toten kommen» des Zentrums für Politische Schönheit appellieren an die unmittelbare Wirkung von Kunst jenseits institutionell verfasster Grenzen. Es gibt hier weder individuell verfasste Autorschaften noch ein erlesenes Publikum, sondern einzig ein Pathos des Allgemeinen und der Vielen, in dem sich die Überwindung der konstitutiven Ausschluss­logik bürgerlich-moralischer Anstalten ausdrückt.

Die Frage stellt sich, wie solche Aktionen ästhetisch, moralisch oder politisch bewertet werden können, und ob der Anspruch auf reale Wirksamkeit, Notwendigkeit und Dringlichkeit überhaupt bewertet werden soll und kann. Denn gerade der Appell an die Unmittelbarkeit der Wirkung, die Realität des Aktionsfeldes und die Moralität des eigenen Anspruchs scheint jede relativierende Bewertung auszuschließen, was von den bürgerlichen Medien meist als eine Art von moralisch-ästhetischer Erpressung aufgefasst wird bzw. als eine Instrumentalisierung jener Themen und Personen, denen sie ohnehin längst die ungeteilte Aufmerksamkeit zollen.

Die historische und politische Dimension des Konflikts, die sich hier zeigt, lässt sich nicht von der Frage trennen, welche Kriterien auf beiden Seiten ...

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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Das Recht der Kunst, Seite 96
von Helmut Draxler

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