Facetten des Müßiggangs
Das Publikum zu beiden Seiten des schmalen schwarz glänzenden Steges, meist einander ins Gesicht schauend, manchmal vom glitzernden Glasperlenvorhang getrennt, jubelt. Claudia Bauer muss etwas von dem Lebensgefühl dieser Generation getroffen haben, die sich mit Büchner zumindest in der schönen Sequenz einig weiß: Wer arbeitet, ist ein subtiler Selbstmörder. Allzu viel Respekt vor dem zartgliedrig melancholischen Text ist Claudia Bauers Sache nicht; sie leistet sich eine frech-aggressive Attacke gegen verordnete Langeweile, gegen Müßiggang als Folge erzwungener Untätigkeit.
Ein junger Mann mitten im Zuschauerblock mault mürrisch vor sich hin, als eine sanfte Frauenstimme aus dem Off Fragen nach dem Sinn des Lebens stellt, und wird dafür von seinem Nebenmann gemaßregelt: Prinz Leonce (Jonas Hien) und Staatssekretär (Jörg Lichtensein) im exponierenden Clinch. Letzterer blieb von Büchners Staatsrat als einziger übrig und bewährt sich als wegweisender Repräsentant der Marktwirtschaft. Später wird er als sozialpädagogisch ambitionierter Berater eine verschüchterte Dame – nicht ohne Mühe gerade noch als mitspielende Kollegin auszumachen – aus dem Publikum holen und ihr mit angemessener ...
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