Die Kamera lief mit
Wohnzimmertheater eigentlich, abgefilmt und geschnitten. Eine Bühnenvariante gibt es im Hamburger Thalia Theater ja tatsächlich. Aber das Schöne am «Swinger Club»-Film von Jan Georg Schütte ist, dass man als Zuschauende einerseits nicht nur mit am Tisch, sondern den Schauspielern geradezu auf dem Schoß sitzt, andererseits immer wieder eine rhythmisierte Draufsicht auf die Verhältnisse vermittelt bekommt. Mikro und Makro, Authentizität und Konstruktion – im glückhaften Verzahnen des Gegensätzlichen liegt das Gelingen dieses Films.
Ein Ehepaar in seinen Dreißigern lädt zu seinem fünften Hochzeitstag Freunde ein. Nicht erst auf den Abend oder in die Kneipe. Sondern ganz familiär zum häuslichen Mittagessen und – was in einer echten Familie nach Kräften vermieden würde – zur Diskussion des derzeitigen Liebeslebens. Da sitzt Stephan Schad als Albert ganz patriarchal im weißen Hemd mit gelockerter Krawatte am Tisch seines Einfamilienhauses im Hamburger Umland und lässt nicht locker, seine durch und durch urbanen Freunde aus dem kreativen Mittelstand zur Beantwortung der Frage zu zwingen, ob ein Mann seiner Frau, die ihn der Untreue verdächtigt, ehrliche Auskunft schuldet oder nicht. Sie ...
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Wenn es um die möglichst lukrative Verbindung von Kunst und Geld geht, macht den Salzburger Festspielen an sich keiner was vor. In der katholischen Kirche aber hat das Festival diesen Sommer seinen Meister gefunden: Auf einem derzeit wegen Renovierung eingerüsteten Turm des Salzburger Doms wurde für die noble Schreibwarenfirma Montblanc geworben. Dass...
Es war ein langes Drama mit Ranküne, Pech und Pleiten, doch angesichts der Entstehungsgeschichte des neuen Hans-Otto-Theaters darf man von einem Glücksfall sprechen, der das Stück mit einem Happy-End beschloss.
Das erste Potsdamer Theaterpublikum trug noch Perücke. Der Hofstaat Friedrichs II. delektierte sich an dramatischen Stücken ab 1748 im Hoftheater des...
Was verbindet Calderóns polnischen König Sigismund, den holländischen Renaissancemaler Peter Paul Rubens und de Laclos’ frisch aufgeklärten Franzosen Marquis de Valmont? Als «Menschen des Barock» gelten und stehen sie derzeit im Mittelpunkt der am 15. Oktober endenden RuhrTriennale und bevölkern die Industriedenkmäler zwischen Duisburg und Essen. Doch allzu eng...
